Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2004/100: Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr · 169 Seiten

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Vernehmlassung der Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr Seite 20 von 169

kehren. Dies hat eine tiefgreifende Umstrukturierung und Konsolidierung des Schienengüterverkehrsmarktes ausgelöst. Sämtliche im Markt aktiven Unternehmen stehen unter dem Druck zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Dies führt zu Reorganisations- und Konzentrationsvorgängen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette im Transportwesen. Zielpunkt ist einerseits eine Produktion zu niedrigeren Kosten. Damit werden preisgünstigere Angebote der Unternehmen am Markt möglich. Anderseits wächst damit auch der Druck auf die Verbesserung der Qualität (Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit). Letztlich bewirkt der (intramodale) Wettbewerb auf der Schiene eine Stärkung der Schiene im (intermodalen) Wettbewerb zur Strasse.

a) Binnenmarkt in der Fläche: Wagenladungsverkehr, Ganzzugsverkehre

Grundsätzlich ist auch der Markt für Wagenladungsverkehr (konventioneller Güterverkehr) für Dritte geöffnet. Die Kostenvorteile, die bei der Bündelung dieser Verkehre entstehen, lassen indessen nicht erwarten, dass hier parallele Systeme nebeneinander und im Wettbewerb zueinander bestehen können.

Kernstück des innerschweizerischen Schienengüterverkehrs ist das System Wagenladungsverkehr, welches von SBB Cargo angeboten wird (vgl. dazu die Beschreibung des Projekts 'Fokus' von SBB Cargo in Ziffer 4.3.1.2). Von den über 300 Güterzustellpunkten und den mit diesen Punkten verbundenen Anschlussgleisen werden die Güterwagen einzeln oder in Gruppen eingesammelt, in Rangierbahnhöfen gebündelt und den Bestimmungsorten zugeführt. Ein Grossteil des Verkehrs wird in der Nacht abgewickelt. Teilweise werden die Züge auch in Kooperation mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen geführt. Gemäss Artikel 9 der Leistungsvereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Aktiengesellschaft Schweizerische Bundesbahnen SBB für die Jahre 2003 - 200618 ist die SBB AG in der ganzen Schweiz derzeit flächendeckend Systemanbieterin, soweit sie diese Leistungen wirtschaftlich erbringen kann.

Im so genannten Ganzzugs- und Blockzugsverkehr stellt sich die Situation anders dar. Da vom Absender zum Empfänger ein ganzer Zug geführt wird, ist eine kostengünstige Produktion ohne Sammel- und Verteiltätigkeit möglich. Der Markteintritt ist somit relativ leicht möglich. Neben SBB Cargo sind im schweizerischen Binnenverkehr in diesem Marktsegment denn auch verschiedene andere Schienengüterverkehrsunternehmen tätig.

b) Nord-Süd-Transitmarkt / alpenquerender Schienengüterverkehr

Auch im alpenquerenden Verkehr hat die Marktöffnung zu Änderungen in Marktstruktur und Marktverhalten geführt. Bei vielen Marktteilnehmern finden neue Geschäftsmodelle Anwendung: