Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2004/100: Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr · 169 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 21Fedlex · Erläuternder Bericht

Vernehmlassung der Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr Seite 21 von 169

- Umfassende Logistikanbieter: Umfassendes Logistik- und Transportangebot aus einer

Hand über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

- Einheitliches Traktionsangebot durch Allianzbildung: Allianzbildung mit dem Ziel einer

einheitlichen und abgestimmten Produktion des Schienentransportes. Dies ermöglicht einen kostenminimalen Einsatz von Rollmaterial und Triebfahrzeugführenden. Im alpenquerenden Verkehr ist dies in der Regel mit einem einheitlichen Traktionsangebot auf der für den alpenquerenden Verkehr zentralen Achse zwischen Norditalien und dem Rhein-Ruhr-Gebiet bzw. den Nordseehäfen verbunden.

- Neue Traktionsgesellschaften als Einzelstreckenanbieter: Auch auf den alpenqueren-

den Achsen versuchen kleine Eisenbahnverkehrsunternehmen mit einzelnen Zügen Fuss zu fassen. Das Angebot dieser Unternehmen ist zumeist auf "einfach" zu produzierende Ganzzüge oder KV-Shuttles beschränkt (regelmässige Verbindungen innerhalb eines Netzwerkes des kombinierten Verkehrs).

Konzentrations- und Reorganisationsprozesse im Schienengüterverkehrsmarkt sind unvermeidlich zur Realisierung von Effizienzvorteilen. Dieser Prozess ist auch aus Sicht der Verlagerungspolitik als notwendige Voraussetzung zu betrachten und positiv zu bewerten. Es ist denkbar, dass bereits mittelfristig nur noch wenige Unternehmen erfolgreich im Markt operieren. Eine derartige Entwicklung sagt nichts über die Intensität des Wettbewerbs aus, welche auch bei wenigen Akteuren sehr hoch sein kann.

Das 'alte’ Modell einer aufeinander folgenden 'Frachtführerschaft', bei dem an der Grenze jeweils die Frachtführerschaft zum alt eingesessenen nationalen Bahnunternehmen wechselte und damit auch verschiedene Vertragspartner für den Verlader mit sich brachte, wird schrittweise durch das 'neue’ Modell mit Hauptfrachtführerschaft und Unterakkordanz abgelöst. Dabei übernimmt ein Vertragspartner (eine Cargo-Bahn) für die Verlader die Verantwortung für den gesamten Transportweg und organisiert die erforderlichen Kunden- und Lieferantenbeziehungen. Letztlich entstehen dadurch mehr Konkurrenzbeziehungen zwischen verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche als Traktionäre auf den gleichen Strecken operieren.

Die aktuelle Situation im alpenquerenden Schienengüterverkehr durch die Schweiz zeigt, dass - gemessen an den Veränderungen der Marktanteile - bereits rege Konkurrenz herrscht. Im Jahr 2005 sind bereits fünf Traktionäre auf den schweizerischen alpenquerenden Bahnachsen aktiv. Diese sind in der Regel mit ausländischen Unternehmen in verschiedenen Allianzen verbunden (Ausnahme bildet das neue Modell der SBB Cargo: Produktion aus einer Hand gemeinsam mit ausländischen Tochterunternehmen).

18 Vgl. Botschaft über die Leistungsvereinbarung, BBl 2002 3322.