Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2006/15: Revision 09 der Militärgesetzgebung · 46 Seiten

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Artikel 48b

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Brevetierungen von Militärärzten stark rückläufig geworden: Von 141 Brevetierungen im Jahr 1995 auf 24 im Jahr 2002. Dies, obwohl in der Schweiz jährlich etwa 400 Schweizer Bürger als Ärzte diplomiert werden. Das ist für die Deckung des Bedarfs ungenügend. Deshalb war der Oberfeldarzt gezwungen, Militärärzte und Angehörige anderer akademischer Gesundheitsberufe über ihre Dienstleistungspflicht hinaus einzusetzen, was Unmut, Demotivation und Protest bis in die Gremien der Berufsorganisationen auslöste. Zusätzlich sind Militärärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe bei der Stellenbewerbung in Spitälern häufig benachteiligt, erleiden Einbussen an Ausbildungszeit vor und nach der Diplomierung und haben finanzielle Nachteile, im Speziellen bei eigener Praxistätigkeit.

Der damalige Generalstabschef hat den seinerzeitigen Unterstabschef Sanität/ Oberfeldarzt deshalb im März 1998 beauftragt, ein neues Dienstleistungsmodell für Militärärzte auszuarbeiten, das neue attraktive Aus- und Weiterbildungsinhalte anbietet, die auch im Zivilen anerkannt werden. Im Jahre 2001 wurden in erfolgreichen Pilotversuchen zwei Militärärzte an grossen kantonalen Spitälern ausgebildet und Kurse in "Advanced Trauma Life Support" sowie Armee-Notarzt-Kurse angeboten. Am 13. September 2002 hat der Generalstabschef den Unterstabschef Sanität/Oberfeldarzt beauftragt, das Projekt SAMK «Schweizerische Integrierte Akademie für Militär- und Katastrophenmedizin» unter Berücksichtigung folgender Vorgaben zu lancieren:

1. Entwicklung eines Netzwerks zum Austausch von Informationen und Bildungsangeboten zwischen anerkannten Bildungs- und Forschungseinrichtungen einerseits, und Berufsorganisationen des Gesundheitswesens andererseits.

2. Berücksichtigung der Bedürfnisse von Armee und anderen Partnern in den verschiedenen relevanten medizinischen Bereichen in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Fakultäten, den Fachhochschulen «Gesundheit» und den anerkannten Aus- und Weiterbildungsinstitutionen (Spitäler, Institute, Labors, etc.).

3. Das Projekt soll dem Sanitätsdienst der Armee, dem Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) und den zivilen Partnern des Koordinierten Sanitätsdienstes (KSD) dienen.

Das Projekt SAMK verfügt über eine interdepartementale (VBS, EDA, EDI, EVD) und interkantonale Trägerschaft. Beteiligt sind zudem die Medizinischen Fakultäten, die Fachhochschulen, die Universitäts- und andere Aus- und Weiterbildungsinstitutionen sowie Organisationen wie z.B. die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH). Projektziel ist es, die Motivation zur freiwilligen Weiterausbildung in einer Kaderfunktion des Armeesanitätsdienstes oder einer zivilen Partnerorganisation des KSD zu steigern und damit der Armee und den anderen Partnerorganisationen des KSD, einschliesslich des SKH, genügend diplomiertes medizinisches Kaderpersonal zu garantieren. Das Projektziel soll dadurch erreicht werden, dass für Angehörige von Gesundheitsberufen, die sich neben ihrer zivilen Berufsausübung für eine Offiziers-Karriere in der Armee und im Rotkreuzdienst oder für eine Karriere in zivilen KSD-Partner-Organisationen zur Verfügung stellen, attraktive Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung geschaffen werden. Diese Aus- und Weiterbildung wird soweit möglich zertifiziert und damit auch im zivilen Bereich (Medizinische Fakultäten, FMH resp. BAG) anerkannt.