Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/22: Gesamtschau FinöV · 138 Seiten
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Um die Arbeiten zur Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur Mitte des nächsten Jahrzehntes beginnen zu können, müssen ausreichende Mittel rechtzeitig zur Verfügung stehen. Es ist daher notwendig, terminliche Anpassungen im Reglement des Fonds für die Eisenbahngrossprojekte vorzunehmen.
1.1.2 Verkehrspolitischer Rahmen
1.1.2.1 Verkehrliche Entwicklung
Verkehrsnachfrage wächst
Die Schweizer Verkehrspolitik hat es ermöglicht, das zunehmende Verkehrsaufkommen der letzten Jahre erfolgreich zu bewältigen. Mit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 wurde die 1. Etappe des ursprünglichen Konzeptes BAHN 2000 umgesetzt. Diese für alle Landesteile vorteilhaften Angebotsverbesserungen mit Taktverkehr führten dazu, dass die erhebliche Zunahme der Mobilität zu einem grossen Teil vom öffentlichen Verkehr aufgefangen wurde.
Alle Prognosen gehen auch weiterhin von einem starken Wachstum des Verkehrs auf der Strasse und auf der Schiene aus. Zwischen 2000 und 2030 rechnet das UVEK mit einer Zunahme der Verkehrsleistung im öffentlichen Verkehr von zwischen 22 und 78 Prozent.1 Diese Zunahme hängt von der Wirtschafts- und der Bevölkerungsentwicklung, aber auch von der Verkehrs- und Raumordnungspolitik ab. Eine auf Vernetzung der städtischen Agglomerationen ausgerichtete Politik wird auf ein gut ausgebautes Bahnsystem angewiesen sein.
Im Schienengüterverkehr gehen die Prognosen des UVEK zum Teil von noch höheren Zunahmen der Verkehrsleistung (Basis Tonnenkilometer) aus: Beim Basisszenario nimmt der Importverkehr im Zeitraum 2002 bis 2030 um 136 Prozent zu, der Exportverkehr um 108 Prozent, der Binnenverkehr um 45 Prozent und der Transitverkehr um 90 Prozent2. Auch hier variieren die Zunahmen je nach wirtschaftlicher und soziodemographischer Entwicklung und politischen Rahmenbedingungen.
Gutes Verkehrssystem und starker öffentlicher Verkehr wichtig für wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz und aller Landesteile
Die Befriedigung der steigenden Mobilitätsbedürfnisse unserer Gesellschaft erfordert ein funktionierendes Verkehrssystem. Damit steigt auch die Standortattraktivität des gesamten Wirtschaftsplatzes Schweiz. Alle Wirtschaftszweige, die von einer guten Erschliessung abhängen, profitieren. Dies sichert indirekt Arbeitsplätze. Die grossräumige Siedlungsstruktur wird im Hinblick auf die Ziele des Bundes gefördert. Damit sind Produktivitätsgewinne für die gesamte Volkswirtschaft verbunden.
1 Bundesamt für Raumentwicklung (2006): Perspektiven des schweizerischen Personenverkehrs bis 2030
2 Bundesamt für Raumentwicklung (2004): Perspektiven des schweizerischen Güterverkehrs bis 2030 – Hypothesen und Szenarien