Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2007/22: Nationales Programm Tabak 2008-2012 (NPT 2008-2012) · 23 Seiten

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lutes Must“ und erwarten die entsprechenden Rechtsanpassungen bezüglich Promotion von Tabakwaren. Im Hinblick auf die Rechtsangleichung an den Acquis communautaire der EU fordern zahlreiche NGO, dass sich die Schweiz bei der Einschränkung der Tabakwerbung nicht mit dem EU-Standard zufrieden gibt, sondern bei Bedarf weitergehende gesetzliche Massnahmen ergreift.

Verschiedene NGO verweisen auf die wichtigen Impulse, die in den letzten Jahren von den Kantonen für die Weiterentwicklung der Tabakprävention ausgingen. In diesem Zusammenhang sprechen sich einige der NGO für eine weitere Reduktion der Verkaufsstellen und für die Minimierung der Sichtbarkeit von Tabakwaren aus (die Meinungen über das Abgabealter 18 gehen unter den NGO auseinander). Radix Gesundheitsförderung wünscht sich aufgrund der grossen kantonalen Unterschiede „die Stärkung der interkantonalen Zusammenarbeit im Hinblick auf eine kohärente Tabakprävention“. Die SFA regt eine Bundesregelung für die Verminderung der Verkaufsstellen und der Sichtbarkeit sowie für ein einheitliches Abgabeverbot unter 18 Jahren an.

In Bezug auf das Ziel, Jugendliche zu unterstützen, nicht mit Rauchen anzufangen, wird von verschiedenen NGO darauf verwiesen, dass eine „Tabakpräventions- und Kontrollpolitik, die nur auf Jugendliche ausgerichtet ist, nicht zum Erfolg führen kann“ (AT Schweiz). Züri rauchfrei fordert den Einbezug struktureller Aspekte im Setting Schule und AT Schweiz warnt wie andere auch davor, die Schule „den sogenannten Präventionsaktionen der Tabakindustrie“ zu überlassen.

Bezüglich Koordination und Zusammenarbeit verlangen die Fachstelle für Gesundheitspolitik und Züri rauchfrei einen stärkeren Lead auf Stufe Bund bzw. beim BAG. Gemäss Lungenliga Schweiz (inkl. einzelne Kantonalsektionen) sowie Züri rauchfrei sollten die NGO in der strategischen Leitung NPT eingebunden werden. Die Fachstelle für Gesundheitspolitik fordert „ein schlankes Behördenarrangement“. Die Lungenliga Schweiz stellt sich bei der vorgeschlagenen Organisationsstruktur die Frage, „wie erreicht werden kann, dass der Tabakpräventionsfonds die Mittelvergabe entsprechend den strategischen Zielen des NPT 2008-2012 einsetzt“.

Jugendorganisationen

In Bezug auf die Umsetzung von Rauchverboten warnt der DOJ vor „paradoxen Effekten“. Wenn Jugendarbeiter/innen etwa verordnete Ordnungsdienste leisten müssten, würden die anderen (suchtpräventiven) Ziele der Jugendarbeit teilweise unterlaufen. „Werden durch Rauchverbote die rauchenden Jugendlichen stärker sanktioniert als die Verkaufsstelle (...), so steht zu befürchten, dass das Rauchen nur umso mehr als ‚negatives’, und dadurch für einige Jugendliche attraktives Verhalten wahrgenommen wird“, schreibt der DOJ. Er verweist auch auf das Problem von problematischen Gruppenbildungen im Aussenraum (Alkoholkonsum, Lärm, Substanzenkonsum), wenn in Jugendkulturzentren nicht geraucht werden darf.