Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2008/37: Revision des Schweizerischen Inventars der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (KGS-Inventar) · 22 Seiten
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Erläuternder Bericht zum KGS-Inventar
fung einbezogen, hingegen Stiftungen mit rechtlich und finanziell gesichertem Hintergrund. Die Museumssammlungen wurden zur Bewertung in folgende Gattungen unterteilt: Archäologie, Geschichte, Kunst, Naturwissenschaften, Spezialmuseen, Technik und Volkskunde.
5.2.2 Bestände in Archiven
Mit der Revision des KGS-Inventars konnten erstmals auch Archiv-Bestände aufgrund übergreifender und klar dokumentierter Kriterien auf nationaler Ebene erfasst und bewertet werden. Im Vordergrund standen dabei Institutionen mit nationaler oder ähnlich grosser Ausstrahlung. Die Nennung der Bestände von nationaler Bedeutung entstand aus den öffentlich zugänglichen Publikationen sowie aus der Kontaktierung der für die einzelnen Institutionen zuständigen Archivarinnen und Archivare.
Zur vergleichenden Bewertung wurden die Archive in fünf Gattungen unterteilt: Bundesarchiv, Archive auf Bundesebene sowie Staatsarchive, Firmenarchive, Stadt- und Gemeindearchive, Geistliche Archive sowie Spezialarchive.
5.2.3 Sammlungen in Bibliotheken
Als Glücksfall erwies sich, dass im Zeitraum der Revision des KGS-Inventars auch die Arbeiten an einem «Handbuch der historischen Buchbestände» liefen. Erkenntnisse daraus konnten direkt in die Bewertung der Bibliotheksbestände von nationaler Bedeutung einfliessen. Dabei wurden nicht nur die grossen Universitäts-Bibliotheken berücksichtigt, sondern auch kleinere Institutionen in Kantonen und Gemeinden. Zudem verdanken Bibliotheken ihr Entstehen und ihre Entwicklung oft der Wohltätigkeit von Privatpersonen. Solche Bestände, die oft auch nur aus einigen hundert Büchern bestehen, sind in der Schweiz zahlreich.
Unter all diesen Bibliotheken befinden sich rund 60 Sammlungen mit Beständen von nationaler Bedeutung. Da es in der Schweiz keine offizielle Kategorisierung von Bibliotheken gibt, einigte man sich für die Einstufung im KGS-Inventar auf vier Hauptkategorien: Öffentliche (Bund, Kantone, Gemeinden, Universitäten usw.) und private Bibliotheken, solche mit geistlicher Trägerschaft sowie Spezialbibliotheken.
5.3 Archäologie
Wie der für den Archäologie-Teil zuständige Bearbeiter in seinem Schlussbericht festhält, sind «archäologische Fundstellen – zusammen mit den zugehörigen in Archiven, Museen und Depots gelagerten Informationen und Funden – Archive der historischen und kulturellen Entwicklung von Landschaften und Kulturräumen und besitzen als solche eine grosse Bedeutung für die nationale Identität von Gemeinschaften […]». Es liegt deshalb auf der Hand, dass auch archäologische Fundstellen gebührend Eingang ins KGS-Inventar fanden.
Archäologische Fundstellen waren bereits in der 1995er-Ausgabe des KGS-Inventars enthalten, jedoch nicht systematisch und nicht in allen Kantonen. Dieser Mangel wurde bei der jetzigen Revision behoben. Nicht ganz einfach war es dabei, eine klare Abgrenzung zwischen den Bereichen Einzelbauten und Archäologie zu finden – die in gemeinsamer Diskussion unter den Fachleuten getroffene Lösung erweist sich aber als gangbarer Weg.
Mit Hilfe der Schweizer Kantonsarchäologinnen und -archäologen konnten diejenigen Fundstellen ermittelt werden, die als von nationaler Bedeutung eingestuft werden. Für die nähere Eingrenzung der Objekte wurde auf eine Baugattungsliste verzichtet, man entschied sich gemeinsam auf eine chronologische Einteilung der Objekte in die jeweilige(n) Epoche(n):
Paläolithikum, Mesolithikum, Neolithikum, Bronzezeit, Eisenzeit, Römische Zeit, Frühmittelalter, Mittelalter und Neuzeit.
9/22 Ident-Nr./Vers. 10011565875/01 MS ID/Vers. 10004/02 Aktenzeichen 272.1-08