Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2008/37: Revision des Schweizerischen Inventars der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (KGS-Inventar) · 22 Seiten
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Erläuternder Bericht zum KGS-Inventar
6. Zeitplan für die Revision des KGS-Inventars
Die Prüfung der Sammlungen und der Archäologie konnte weitgehend im geplanten Zeitraum abgeschlossen werden. Bei den Einzelbauten jedoch erwies sich die ursprüngliche Projektierung, die Erhebungen im November 2007 abzuschliessen, eindeutig als zu ehrgeizig.
Die zeitliche Verzögerung ist allerdings mehrfach begründet: Wegen ihres Pioniercharakters konnte sich die Unternehmung auf keine verlässlichen Erfahrungswerte stützen. Der Zeitbedarf für die Erarbeitung der Matrizen, der sich aus dem Pilotversuch ergeben hatte, erwies sich – bedingt auch durch zusätzlich benötigte Informationen für die Bewertungsdiskussionen – als zu knapp angesetzt. Hinzu kam, dass einzelne Kantone ihre Objekt-Vorschläge erst im Lauf der Qualifikationsphase einreichten oder zu einem späteren Zeitpunkt zum Teil beachtliche Mengen an zusätzlichen Bauten zur Überprüfung nachlieferten. So waren letztlich deutlich mehr Objekte als die ursprünglich in Betracht gezogenen 2500 Einzelbauten zu überprüfen. Dies alles benötigte mehr Aufwand als vorgesehen, was sich in einer zeitlichen Verzögerung der Schlussabgabe niederschlug.
Dies wird auch dazu führen, dass die Inkraftsetzung der 3. Ausgabe des KGS-Inventars durch den Bundesrat erst 2009 erfolgen kann.
Angesichts der erstmals in dieser Form durchgeführten Erhebung ist allen Beteiligten für die riesige Pionierarbeit zu danken. Sie wurde mit grossem Engagement in einem knapp bemessenen Zeitraum erfüllt.
7. Darstellung des KGS-Inventars
Die 1995er-Ausgabe des KGS-Inventars wurde einerseits als Buch (A- und B-Objekte) publiziert, andererseits als Spezialkarte des Bundesamtes für Landestopographie im Massstab 1:300 000 (nur A-Objekte).
Für die neue Ausgabe werden die Kulturgüter weiterhin in einem Katalog in gedruckter Form erscheinen. Dort sind die Kantone – und in diesen jeweils auch die Gemeinden – in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet.
In Absprache mit den militärischen Stellen sowie mit swisstopo wurde hingegen auf den Neudruck einer Karte verzichtet. An deren Stelle wurde in Zusammenarbeit mit der vom Bundesrat eingesetzten Koordinationsstelle für GIS6-Anwendungen des Bundes (KOGIS) eine Anwendung für die Darstellung des KGS-Inventars als Webdienst im Internet entwickelt.
Diese GIS-Lösung bietet deutlich mehr Möglichkeiten als eine konventionelle Karte (diverse Suchfunktionen, skalierbare Kartenausschnitte, mehrere Massstäbe, Kombination mit anderen Datenlayern usw.). Seitens der militärischen Stellen ist eine Übernahme des Datenlayers «KGS-Objekte» in die militärischen Systeme (Führungs- und Informationssystem FISHE)
anzustreben, ebenso sollen die KGS-Objekte in die Elektronische Lage-Darstellung (ELD) der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) im BABS einfliessen. Wichtige Zusatzinformationen können sich durch die Kombination verschiedener Datenlayer ergeben (z. B. zeigt die Kombination des KGS-Inventar-Layers mit der Erdbebengefährdungskarte sofort, welche Kulturgüter stärker durch allfällige Erdbeben bedroht sind). Jene Zusatz-Layer, die auf der KGS-GIS-Plattform ab 2009 angeboten werden sollen, sind im Navigationsbereich bereits be-
6 GIS = Geografisches Informations-System 11/22 Ident-Nr./Vers. 10011565875/01 MS ID/Vers. 10004/02 Aktenzeichen 272.1-08