Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2008/37: Revision des Schweizerischen Inventars der Kulturgüter von nationaler und regionaler Bedeutung (KGS-Inventar) · 22 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 13Fedlex · Erläuternder Bericht
Erläuternder Bericht zum KGS-Inventar
nissen in Übereinstimmung gebracht werden kann, bestand ein weiteres Ziel der Revision darin, das KGS-Inventar wann immer möglich mit anderen Bundesinventaren zu harmonisieren. So versuchte man unnötige Doppelnennungen oder gar voneinander abweichende Einstufungen eines Objektes in unterschiedlichen Inventaren zu vermeiden. Dies gelang in der Regel, einige Ausnahmen sowie Abgrenzungskriterien zu folgenden Inventaren gilt es allerdings festzulegen:
8.1 Bundesinventare nach Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG; Natur- und Heimatschutzgesetz)
8.1.1 Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS)7
Das vom Bundesrat regionsweise in Kraft gesetzte Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) wird seit 1973 im Auftrag des Bundes erstellt. Es umfasst über 1’300 Ortsbilder von nationaler Bedeutung und beschäftigt sich mit der Architektur und den räumlichen Zusammenhängen von Siedlungen, Dörfern und Städten.
In der 1995er-Ausgabe des KGS-Inventars waren noch etliche Ortsbilder aufgeführt worden. Wie eingangs erwähnt, wollte man in der neuen Ausgabe einerseits Redundanzen beseitigen, andererseits den Fokus im Bereich der Bauten auf die Einzelobjekte legen. Dies führte zum Entscheid, dass im neuen KGS-Inventar Ortsbilder, Altstädte, Weiler usw. grundsätzlich nicht mehr aufgeführt werden, da sie aufgrund anderer Kriterien nicht zu den Einzelbauten gehören, sondern Bestandteil des ISOS sind.
ISOS-Spezialfälle hingegen, die zum Teil kleinere Gebäudegruppen betreffen, können durchaus sowohl im ISOS wie auch im Bereich Einzelbauten im KGS-Inventar geführt werden (Fabrikanlagen, Kraftwerke, Klöster, Kliniken usw.).
Im Sinne einer klärenden Zusatzinformation soll später auf der GIS-Plattform (siehe Kap. 7) ein ISOS-Layer mit Angabe der jeweiligen Ortsbilder zugeschaltet werden können, in der gedruckten Liste des KGS-Inventars werden zudem die Ortsbilder von nationaler Bedeutung jeweils am Schluss der Gemeinden zusätzlich aufgelistet. Bei Gemeinden, die keine KGS-Objekte enthalten (und die demzufolge auch gar nicht in der KGS-Gemeindeliste erscheinen), wird hingegen auf das Aufführen nationaler ISOS-Objekte verzichtet.
8.1.2 Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS)8
Das Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS) liefert eine kartografische und beschreibende Bestandesaufnahme aller Strassen und Wege, die aufgrund ihrer historischen Verkehrsbedeutung oder der erhaltenen historischen Bausubstanz von nationaler Bedeutung sind. Das Inventar wurde Ende 2003 abgeschlossen, Auftraggeber ist das Bundesamt für Strassen (ASTRA).
Ähnliche Abgrenzungsfragen wie beim ISOS gelten grundsätzlich auch für das IVS. Historische Strassen bzw. Wegabschnitte werden im neuen KGS-Inventar – im Gegensatz zur Ausgabe 1995 – nicht mehr geführt, denn diese Objekte sind durch das IVS bereits abgedeckt.
7 Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS). Träger: Bundesamt für Kultur (BAK), Beginn 1973. Kontaktstellen: Bundesamt für Kultur (BAK), Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, Hallwylstrasse 15, 3003 Bern. Büro für das ISOS, Limmatquai 24, 8001 Zürich.
8 Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz (IVS). Träger: Bundesamt für Strassen (ASTRA), Bereich Langsamverkehr, 3003 Bern. Kontaktstellen: Im Auftrag des ASTRA: Planungsbüro Steiner & Buschor, 3400 Burgdorf. Zudem für weitere Fragen: ViaStoria, Finkenhubelweg 11, 3012 Bern. 13/22 Ident-Nr./Vers. 10011565875/01 MS ID/Vers. 10004/02 Aktenzeichen 272.1-08