Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2009/122: Totalrevision des Alkoholgesetzes: Entwurf eines Spirituosensteuergesetzes und eines Alkoholgesetzes · 97 Seiten

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Nachfolgend werden einzelne Hauptkritikpunkte näher beleuchtet.

4.2.1 Wissenschaftliche Erkenntnisse

Eine zu geringe Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse zu gesundheitlichen und sozialen Folgen des Alkoholkonsums stellen vier Kantone (Freiburg, Neuenburg, Waadt,

Tessin) sowie Hausärzte Schweiz (B5), H+ (B26), RADIX (PO2), infodrog (PO3), Sucht Info Schweiz (PO4), FSKZ (PO22), Krebsliga (PO27) und IOGT (PO30) fest. Ähnlich argumentiert der Kanton Thurgau (K19). Der Kanton Zug (K8) und die Grünen (P5) vermissen diese Erkenntnisse vor allem bei der Ausgestaltung der Werbebestimmungen.

Nach Auffassung von FVA (PO25) und KKBS (PO37) müssten auch Erkenntnissen aus der Praxis der Suchtarbeit in den Gesetzesentwurf einfliessen.

Die Kantone Freiburg (K4) und Wallis (K24) sowie Hausärzte Schweiz (B5), FMH (B20), NAS (PO5), infodrog (PO3), Sucht Info Schweiz (PO4), DOJ (PO21), Krebsliga (PO27), KiM (PO29), IOGT (PO30), GREA (PO31), FS (PO33), Ticino Addiction (PO34), KKBS (PO37) und Pro Juventute (PO40) bemängeln die fehlende Abstimmung namentlich mit der WHO-Alkoholstrategie. Auch die Erkenntnisse aus dem Bericht «Herausforderungen Sucht 2010 – 2020»5 sollten in das neue Gesetz einfliessen.

4.2.2 Prävention (allgemein)

Für Sucht Info Schweiz (PO4), ISPMZ (PO11), Suchtprävention Zürich (PO18), IOGT (PO30) und FSP (PO35) ist Alkohol kein gewöhnliches Konsumgut, sondern eine «psychoaktive Substanz». NAS (PO5), Blaues Kreuz (PO9), ISPMZ (PO11), DOJ (PO21), IOGT (PO30), GREA (PO31), FS (PO33), Ticino Addiction (PO34), FSP (PO35), VBGF (PO38), VfS (PO41) bezeichnen Alkohol als ein «Rausch- und Suchtmittel», welches, so Sucht Info Schweiz (PO4), NAS (PO5), DOJ (PO21), IOGT (PO30), GREA (PO31), FS (PO33), Ticino Addiction (PO34), FSP (PO35), VBGF (PO38), VfS (PO41) ein grosses Gefährdungspotential hat. Juvente (PO36) sieht dies ähnlich. Nach Meinung von CRIAD (PO24) müsste die Totalrevision des Alkoholgesetzes sämtliche Suchtsubstanzen einbeziehen. VBGF (PO38) möchte die Totalrevision als Chance für eine Stärkung der Prävention nutzen und FVA (PO25) erhofft sich gesetzliche Grundlagen, welche die Arbeit der Organisationen im Suchtbereich unterstützen.

Diverse Vernehmlasser beurteilen die Totalrevision sodann als verpasste Chance einer Neuausrichtung der Alkohol- und Suchtpolitik im Allgemein. Vor diesem Hintergrund beurteilen sie den Gesetzesentwurf als zu zaghaft, ungenügend oder mutlos – so unteranderem sieben Kantone (Zürich, Freiburg, Basel-Stadt, Jura, Wallis, St. Gallen, Tessin), Hausärzte Schweiz (B5), FMH (B20), RADIX (PO2), Sucht Info Schweiz (PO4), NAS (PO5), Blaue Kreuz (PO9) und Croix-bleue romande (PO13), SAJV (PO19), DOJ (PO21), Krebsliga (PO27), GREA (PO31), FS (PO33) und Ticino Addiction (PO34). KKBS (PO37) wertet den Entwurf als alkoholpolitisch bedenklich.

FMH (B20), NAS (PO5), DOJ (PO21), GREA (PO31), FS (PO33) und Ticino Addiction (PO34) bedauern die verpasste Chance, «die Alkoholpolitik im Spannungsfeld zwischen Freiheits- und Schutzinteressen grundsätzlich neu zu definieren». Dass sich die Politik zu stark an der Sichtbarkeit einer Gefährdung orientiert, monieren NAS (PO5), DOJ (PO21), GREA (PO31), FS (PO33), Ticino Addiction (PO34) und KKBS (PO37). Der Erläuternde Be-

5 Publiziert unter http://www.bag.admin.ch/shop/00010/00506/index.html?lang=de (Stand November 2010).