Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2009/122: Totalrevision des Alkoholgesetzes: Entwurf eines Spirituosensteuergesetzes und eines Alkoholgesetzes · 97 Seiten
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2 Auswertung der Vernehmlassung
2.1 Reformbedarf
Explizit begrüsst wird die Totalrevision von den Kantonen Genf (K5) und St. Gallen (K25), der Stadt Zürich (SG5), der CVP (P1), dem SBV (W5), diversen nationalen und kantonalen Branchenverbänden (SGCI, SBV, EV, chocosuisse, LBV, BVSZ, ZBB, ZBV), einzelnen Organisationen der Prävention, Medizin und der Familien (infodrog, SAJV, SHV, JUBLA) und TFAG (EU5).
Die SP (P6) begrüsst die Revision des «teilweise doch anachronistisch» anmutenden Gesetzes. Ähnlich argumentiert hotelleriesuisse (B19). Auch economiesuisse (W2) anerkennt den Revisionsbedarf und bezeichnet die damit einhergehende Deregulierung als «längst fällig». Der SGV (W4) beurteilt die Totalrevision als Notwendigkeit. Swiss Olympic (WO2) qualifiziert das geltende Alkoholgesetz als überholt und lobt die Anstrengungen im Hinblick auf eine kohärente Alkoholpolitik. SKS (WO9) und FRC (WO15) versprechen sich von der Totalrevision wirksame Marktregulierungsmassnahmen gegen den problematischen Alkoholkonsum.
Während der Kanton Basel-Stadt (K12) den Entwurf als deutliche Verbesserung gegenüber dem Status Quo bezeichnet, betont der Kanton Basel-Land (K13), dass der Bundesrat eine gute Balance zwischen Marktliberalisierung und Kontrollmechanismen vorschlage.
Für den Kanton Waadt (K22) ist die Totalrevision nicht vordringlich und nach Auffassung von SVP (P2) und IG Freiheit (WO8) würden gezielte Änderungen des geltenden Gesetzes genügen.
Der SAV (W6) anerkennt einen gesetzgeberischen Handlungsbedarf hinsichtlich der Spirituosen.
2.2 Gesetzliche Aufteilung der fiskal- und gesundheitspolitischen Inhalte auf zwei Gesetze
18 Kantone (Solothurn, Zürich, Genf, Luzern, Bern, Zug, Graubünden, Schwyz, Uri, Basel-Stadt, Schaffhausen, Glarus, Neuenburg, Thurgau, Nidwalden, Waadt, Wallis, St. Gallen), der Städteverband (D1), die Gemeinde Kriens (SG2) und die Stadt Zürich (SG5) begrüssen die gesetzliche Trennung von Steuer- und Gesundheitsbereich. Nichts dagegen einzuwenden hat der Kanton Graubünden (K9). Befürwortend äussern sich neben FDP (P3), EVP (P4), Grünen (P5), SGB (W1) und SBV (W5) auch diverse nationale Branchenverbände (SKW, Hausärzte Schweiz, SPIRITSUISSE, Brennerverband, SOV, AWS, hotelleriesuisse, IG DHS, SSV, santésuisse), die Vertreter der Gastrobranche, kantonale Vertreter der Landwirtschaft (LBV, BOV, BVBB, FVPFL / IFELV, SOBV), Organisationen der Prävention, Medizin und der Familien (SAPPM, infodrog, SSMT, SUHMS, Blaues Kreuz, Public Health
Schweiz, AGS, SAJV, SGAP, StiftungStillen, CRIAD, FVA, Krebsliga, IOGT, SHV, Pro Juventute) sowie SJH (WO1), Swiss Olympic (WO2), SVS (WO4), Hochstamm Schweiz
(WO5), konsumentenforum (WO11), bfu (WO12), KAPO Wallis (WO16), EKAL (KA1), Coop (EU4) und TFAG (EU5).
Der Kanton Basel-Landschaft (K13), ISPMZ (PO11) und FSP (PO35) beurteilen die Aufteilung nur als positiv, wenn bei der Festsetzung des Steuersatzes gesundheitspolitische Kriterien berücksichtigt werden. Ähnlich argumentiert der Kanton Solothurn (K1). Trotz befürwortender Haltung sieht der Kanton Luzern (K6) in der gesetzlichen Dualität eine Gefährdung der Kohärenz in der Alkoholpolitik. Dies schliesst auch die GDK (K2) nicht aus.
Ebenfalls aus Gründen der Prävention beurteilen SP (P6), NAS (PO5), AGS (PO14), DOJ (PO21), GREA (PO31), FS (PO33) und Ticino Addiction (PO34) die Aufteilung als «nur bedingt wünschenswert».