Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/121: Revision der Eigenmittelverordnung (ERV; antizyklischer Puffer) · 13 Seiten

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Bericht zur Umsetzung eines antizyklischen Puffers in der Schweiz

5.1 Internationale Studien

Der Bericht der Macroeconomic Assessment Group (MAG)5 konzentriert sich auf die Schätzung makroökonomischer Kosten durch die Erhöhung von regulatorischen Kapital- und Liquiditätsanforderungen in der Übergangsphase bis zur vollständigen Umsetzung der regulatorischen Anforderungen.

Trotz restriktiver Annahmen zeigen die Schätzungen der MAG, dass die Implementierung von Kapital- und Liquiditätsvorschriften mit relativ geringen makroökonomischen Kosten verbunden ist. Die Kosten einer strengeren Regulierung fallen überdies in einen längeren Implementierungszeitraum. Für den in Basel III festgeschriebenen Übergangszeitraum von acht Jahren, der eine vollständige Implementierung von Basel III bis zum 1. Januar 2019 vorsieht, würde die Erhöhung des Verhältnisses von Eigenkapital (Common Equity) zu risikogewichteten Aktiven um einen Prozentpunkt in der Übergangsphase zu einer Reduktion des BIP-Wachstums um 0,03 Prozentpunkte pro Jahr im Vergleich zum Potentialwachstum führen.

In der Long Term Economic Impact-Studie (LEI)6 wird ein Vergleich von zwei gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichten vorgenommen: Vor und nach Einführung der neuen Standards (Anpassungsprozesse abgeschlossen). Langfristig ist der volkswirtschaftliche Nutzen höherer Kapital- und Liquiditätsanforderungen klar höher als die volkswirtschaftlichen Kosten. Dies gilt auch für sehr starke – über die Anforderungen von Basel III hinausgehende – Verschärfungen der Anforderungen.

Die Ergebnisse der beiden Studien implizieren, dass höhere Kapitalanforderungen primär kurzfristig und während der Anpassungsphase einen negativen Einfluss auf die Kreditvergabe der Banken haben können. Entsprechend müssten antizyklische Kapitalanforderungen, die als schlagkräftiges makroprudentielles Instrument dienen sollen, relativ hoch und die Erfüllungsfristen kurz gewählt werden.

5.2 Wirkung des Puffers auf Schweizer Banken

Die SNB hat untersucht, wie bindend im wirtschaftlichen Sinne die Einführung des antizyklischen Puffers für die Schweizer Banken unter unterschiedlichen regulatorischen Anforderungen wäre. Dabei wird die äusserst rigide Annahme getroffen, dass die Banken zukünftige regulatorische Anforderungen bereits heute vollumfänglich erfüllen müssen. Damit wird ausgeblendet, dass sich die Banken an die neuen regulatorischen Bedingungen anpassen werden und wahrscheinlich eine höhere Sicherheitsmarge über den Mindestanforderungen anlegen als heute, was die Wirkung des antizyklischen Puffers reduzieren könnte.

Ausgangspunkt der Schätzung ist die Annahme, dass die gewichteten Positionen der Banken gegenüber den Werten des vierten Quartals 2010 unverändert bleiben. Für die inlandorientierten Banken nimmt die Schätzung eine sofortige Implementierung der zukünftigen Basel III-Anforderungen, der Säule II-Anforderungen gemäss FINMA-Rundschreiben 2011/2 (Eigenmittelpuffer und Kapitalplanung Banken) sowie einen antizyklischen Puffer von 2,5% der gewichteten Positionen an. Beim antizyklischen Puffer werden zwei Szenarien unterschieden: (1) Die Aktivierung eines sektoriellen Puffers auf inländische Hypothekarkredite für Wohnliegenschaften und (2) die Aktivierung eines Puffers bezogen auf die Gesamtheit der gewichteten Positionen in der Schweiz.

5 Bank für internationalen Zahlungsausgleich, Macroeconomic Assessment Group, „Assessing the macroeconomic impact of the transition to stronger capital and liquidity requirements“, Schlussbericht Dezember 2010. 6 Bank für internationalen Zahlungsausgleich, „An assessment of the long-term economic impact of stronger capital and liquidity requirements“, August 2010.