Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/121: Revision der Eigenmittelverordnung (ERV; antizyklischer Puffer) · 13 Seiten
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Bericht zur Umsetzung eines antizyklischen Puffers in der Schweiz
Folgende Indikatoren können für den Entscheid zur Aktivierung eines auf den schweizerischen Hypothekarmarkt ausgerichteten antizyklischen Puffers eine wesentliche Rolle spielen:
Verhältnis von Hypothekarkrediten zum Bruttoinlandprodukt (BIP):
Berechnet wird zunächst das Verhältnis des Hypothekarkreditvolumens zum BIP gemäss Trendwachstum. Diese Kennzahl stellt ein normalisiertes Mass des Hypothekarkreditvolumens dar, mit dem berücksichtigt wird, dass Kreditangebot und -nachfrage im Gleichklang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wachsen sollten. Anschliessend wird die Kennzahl mit ihrem langfristigen Trend verglichen. Ein starker Anstieg der Kennzahl im Vergleich zu ihrer langfristigen Entwicklung kann auf den Aufbau von Risiken hindeuten. Eine gewisse Ungenauigkeit bei der Berechnung des Trends ist jedoch zu berücksichtigen. Der so berechnete Indikator stellt eine Variante des Referenzindikators gemäss Basel III dar3, indem er auf das BIP gemäss Trendwachstum und nicht gemäss tatsächlichem Wachstum abstellt. Auf diese Weise wird der Indikator weniger anfällig gegenüber Schwankungen des BIP.
Wachstum der Hypothekarkredite:
Als weiterer Indikator wird die Abweichung des realen Wachstums der Hypothekarkredite von ihrem langfristigen Durchschnittswachstum berechnet. Empirische Studien haben aufgezeigt, dass ein übermässiges Kreditwachstum die Wahrscheinlichkeit einer Finanzkrise erhöhen kann. Ein starker Anstieg des Hypothekarkreditwachstums gegenüber dem langfristigen Durchschnittswert kann daher ein Anzeichen für das Entstehen systemischer Risiken darstellen.
Verhältnis von Krediten zu Einlagen:
Das Verhältnis des Kreditvolumens einer Bank zu ihrem Einlagenvolumen hat sich in der Vergangenheit als nützlicher Indikator zur Früherkennung von Krisen erwiesen. Dieses einfache Risikomass hat den praktischen Vorteil, dass es gegenüber anderen Ansätzen zur Bemessung des Bankenrisikos für eine hinreichende Zeitspanne erhoben wurde, um verlässliche statistische Auswertungen vorzunehmen.
Verhältnis von Liegenschaftspreis zu Mietkosten:
Das Verhältnis von Liegenschaftspreis zu den Mietkosten stellt eine nützliche Kennzahl zur Beobachtung der Entwicklung von Liegenschaftspreisen dar. Als Indikator wird dabei die Abweichung der aktuellen Kennzahl von ihrem langfristigen Durchschnitt verwendet. Diverse Studien4 legen nahe, dass eine Kombination von Variablen zur Entwicklung des Kreditvolumens und der Liegenschaftspreise beobachtet werden sollten, um ein besseres Verständnis vom Risikoaufbau im Finanzsektor zu erhalten.
Ergänzende quantitative Indikatoren:
In Ergänzung zu obiger Auswahl an Indikatoren werden weitere quantitative Indikatoren herangezogen, um die jeweilige Einschätzung der Risikolage zu verbessern. Hierzu gehören beispielsweise alternative Kennzahlen zum Kreditwachstum, Indikatoren zu den Kreditkonditionen und Immobilienpreise, aber auch grundlegende Indikatoren zur makroökonomischen Lage in der Schweiz.
3 Bank für internationalen Zahlungsausgleich, „Guidance for National Authorities Operating the Countercyclical Capital Buffer“, Oktober 2010. 4 Vgl. z.B. Internationaler Währungsfonds, Global Financial Stability Report, September 2011.