Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/69: Änderung der Rechtsgrundlagen für die Weiterentwicklung der Armee · 64 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 30Fedlex · Erläuternder Bericht

Erläuternder Bericht Rechtsgrundlagen WEA

verschiebung ein individuelles Training von wenigen Tagen Dauer. Für die Durchführung sind die Lehrverbände verantwortlich.

Mit Blick auf die Ausbildung haben kürzere Wiederholungskurse in erster Linie einen Einfluss auf die Verbandsausbildung. Um die benötigten Fähigkeiten auf Stufe Bataillon zu erhalten, gilt es, die zur Verfügung stehende Zeit und insbesondere auch das Potenzial vollumfänglich auszunutzen, das die vorhandene und auf höchstem Niveau erhaltene Ausbildungsinfrastruktur (Gefechtsausbildungszentren, Simulatoren usw.) bietet.

Neben der Verbandsausbildung müssen dort neue Lösungen gesucht werden, wo es darum geht, den Umgang mit hochkomplexen Systemen zu trainieren. Eine Herausforderung ist diesbezüglich vor allem die Einführung solcher Systeme im Rahmen eines zweiwöchigen Wiederholungskurses. Vorgesehen ist, Kader und insbesondere Spezialisten bei Bedarf in spezielle Weiterbildungskurse aufzubieten. Diese Kurse dienen beispielsweise dazu, ausserhalb der ordentlichen jährlichen WK neue Waffen und Geräte einzuführen.

Wird in kürzeren Wiederholungskursen die zur Verfügung stehende Zeit maximal ausgenutzt, so steht naturgemäss weniger Zeit für die Fassung und vor allem für die Rückgabe des Materials zur Verfügung. Vor allem für die Abgabe hochkomplexer Systeme lassen sich die Zeiten nicht beliebig reduzieren. Im Bereich der Logistik gilt es ebenfalls, die verfügbare Zeit optimal auszunutzen, ohne die wertvolle Ausbildungszeit zusätzlich zu reduzieren. Deshalb wird das Material in der Regel während des Kadervorkurses gefasst, damit die Ausbildung unmittelbar nach dem Einrücken der Truppe am Montag beginnen kann. Die Entlassung aus der Dienstleistung erfolgt grundsätzlich am Samstag. Dadurch kann eine ordentliche Rückgabe des Materials gewährleistet werden.

Die Verkürzung der Wiederholungskurse hat zweifelsohne Konsequenzen für die Ausbildung und dadurch auch für die Bereitschaft der Armee insgesamt. Soll das Milizsystem jedoch auch im 21. Jahrhundert attraktiv erhalten werden, so müssen diese in Kauf genommen bzw. durch innovative Massnahmen aufgefangen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Milizsystem weiterhin mit den wirtschaftlichen Bedürfnissen und den gesellschaftlichen Realitäten in Einklang steht.

7 Armeebestand, Diensttage und Dienstleistungsmodell

7.1 Bestände

Zum Bestand zählen die Einsatzformationen der Armee16, die Formationen von Ausbildung und Support sowie das für die Ausbildung benötigte militärische Personal. Nicht zum Armeebestand zählen – wie bisher – die Rekruten und besondere Gefässe ausserhalb des Leistungsprofils der Armee sowie die Gefässe gemäss den Artikeln 60 und 61 des Militärgesetzes.

16 Einsatzformation: Stäbe, Grosse Verbände, Truppenkörper und -einheiten, die zur Erfüllung des Leistungsprofils der Armee notwendig sind. Sie umfassen Miliz-, gemischte Miliz-/Berufs- und Berufsformationen.