Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/17: Drei neue Verordnungen des BLV im Bereich Tierschutz · 6 Seiten
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rigung nach Ziffer 9 (Mechanisierung des Tieres, Tier als Maschine, lächerlich machen des Tieres, Tier als unbelebte Sache darstellen, Verdinglichung) und übermässiger Instrumentalisierung nach Ziffer 8. Übermässige Instrumentalisierung kann wiederum zu Schmerzen, Leiden, Schäden führen. Als Beispiel seien Knochenbrüche aufgrund der übermässig vergrösserten Brustmuskulatur bei Hochleistungstruten erwähnt.
Anhang 2
In diesem Anhang findet sich eine nicht abschliessende Liste erblich bedingter Merkmale und Symptome, die belastende Auswirkungen auf Gesundheit und Verhalten haben. Es handelt sich hauptsächlich um umgestaltete Körperteile mit schädigender Wirkung – hierzu gehören vor allem sogenannte „Extremzuchten“. Das sind Zuchtformen mit starken Abweichungen vom Aussehen der Wildform, die Körperfunktionen überfordern oder das Normalverhalten stark beeinträchtigen oder verunmöglichen. Kaninchen mit extrem vergrösserten Ohren, die die Fortbewegung behindern oder Fische ohne Streifenzeichnung, deren Sozialleben wegen der daraus resultierenden Kommunikationsschwierigkeiten gestört wird, gehören ebenso dazu wie die mit bestimmten Hunderassen assoziierten, hochgradig schmerzhaften Lähmungserscheinungen durch Bandscheibenvorfall, chronische Hautentzündung durch starke Faltenbildung oder chronische Bindehautentzündung durch eingerollte Augenlider, Taubheit in Verbindung mit bestimmten Fellfarben oder massiver Juckreiz allergischer Tiere.
Anhang 3
Dieser Anhang listet Merkmale auf, die unter Umständen erst im Zusammenhang mit dem Züchten für das Muttertier selber oder die Nachzucht belastend werden. Es handelt sich hauptsächlich um Letalfaktoren sowie um Prädispositionen, d. h. deutliche Tendenzen für bestimmte, belastende Probleme. Beispielsweise führt starke Bemuskelung von Fleischrindern vermehrt zur Unfähigkeit, das Kalb durch die normalen Geburtswege auszutreiben. Aber auch bei rundköpfigen Hunden mit schmalem Becken wie bei der Bulldogge sind Kaiserschnitte die Regel. Bei Schwergeburten sterben die Jungtiere vermehrt während oder kurz nach der Geburt. Die Neigung zur Ausbildung bestimmter Tumoren kann vererbt werden, weshalb Tumore aufgeführt sind. Letalfaktoren führen zum Absterben der Frucht noch vor der Geburt oder zu lebensschwachen Tieren, die bald sterben. Letalfaktoren sind an kleinen Würfen zu erkennen – bei Hunden von Zwergrassen sind sie besonders verbreitet. Bestimmte Farben dürfen nicht reinerbig gezüchtet werden. Bekannte Beispiele hierfür sind die Blindheit bei Pferden mit Tigerscheckung und Seh- und Hörmängel im Zusammenhang mit Merle- oder Harlekinfärbung bei verschiedenen Hunderassen.
Anhang 4
Bei der Tanzmaus kann der Schaden (Innenohrdefekt mit Orientierungsverlust) nicht weggezüchtet werden, weil er dem Zuchtziel entspricht. Ohne Schaden wäre die Tanzmaus eine Maus, die hören kann und über Gleichgewicht verfügt. Diese Maus würde sich normal bewegen (Mäuse klettern und graben gut) und fortpflanzen, aber nicht mehr „tanzen“. Bei Katzen mit Haarveränderungen wie bei den Rassen Rex und Sphynx sind auch die Tasthaare umgestaltet oder sie fehlen ganz. Es ist verbo-