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Vernehmlassung 2014/84: Revision Konzept Wolf Schweiz und Konzept Luchs Schweiz · 21 Seiten

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Konzept Wolf BAFU 2014

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gement Plans for Large Carnivores“ empfehlen den EU-Staaten, die Wolfsbestände im Alpenbogen zwischen Nizza und Wien als eine gemeinsame Population zu betreuen.

Wie die Erfahrungen in Italien, Frankreich und der Schweiz zeigen, erfolgt die Wiederbesiedlung einer Region durch den Wolf in drei Phasen:

Phase 1: Einwanderung von einzelnen jungen Männchen; die Tiere ziehen vorerst weit umher; wo sie

genug Nahrung vorfinden, werden sie stationär.

Phase 2: Einwanderung von jungen Wölfinnen; die Paarbildung und Reproduktion in kleinen

Familienrudeln beginnt meist in wildreichen, ruhigen SchutzGebieten.

Phase 3: Flächige Ausbreitung und regelmässige Reproduktion, die zu einem Populationszuwachs

von 20–30 % jährlich führen kann.

Überall wo Wölfe wieder einwandern, entstehen in den betroffenen Regionen in jeder dieser Phasen typische Konflikte; entsprechend unterschiedlich gestalten sich die Herausforderungen für die Suche nach pragmatischen Lösungen:

Phase 1: Einzelne Wölfe finden in wildreichen Regionen genügend Nahrung; Auswirkungen auf die

Wildbestände sind kaum feststellbar; die Wölfe können so relativ lange unbemerkt in der zivilisatorisch geprägten Landschaft leben; früher oder später starten sie aber Angriffe auf Kleinviehherden, insbesondere wenn diese ungeschützt sind, und richten grosse Schäden an. Über 90% der Schäden entstehen an Schafen auf Sömmerungsalpen.

Verlangt sind: Unterstützung und Kooperation beim Aufbau des Herdenschutzes und Abschuss von einzelnen Wölfen, die erheblichen Schaden anrichten.

Phase 2: Durch eine adäquate Alpbewirtschaftung, Herdenschutzhunde und andere e f f e k t i v e

Herdenschutzmassnahmen minimieren sich die Schäden an Nutztieren, die Kleinviehhaltung hat sich regional auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt. Die Kolonisierung weiterer Gebiete durch abwandernde Wölfe schreitet aber rasch voran und schafft auch dort neue Konflikte.

Verlangt sind: Förderung der Ausweitung des Herdenschutzes in diese Regionen und Abschuss von einzelnen Schaden anrichtenden Wölfen unter Berücksichtigung allfälliger Reproduktion.

Phase 3: Der Herdenschutz etabliert sich in weiten Teilen der Schweiz und die Landwirte, ins-

besondere in der Kleinviehhaltung, werden durch die öffentliche Hand im Umgang mit der Präsenz von Wölfen und anderen Grossraubtieren unterstützt; entsprechend sind die Auswirkungen auf die Landwirtschaft vielerorts annehmbar; die Wölfe haben die meisten für sie geeigneten Lebensräume besiedelt und ernähren sich hauptsächlich von Wildtieren; die Schalenwildbestände sinken und pendeln sich auf einem neuen Niveau ein.

Verlangt sind: Unterstützung der angepassten Kleinviehhaltung durch die öffentliche Hand und Dritte. Abschuss von einzelnen Schaden anrichtenden Wölfen sowie die Regulierung der Wolfsbestände auf eine sozialverträgliche Dichte dort, wo trotz Herdenschutz grosse Schäden an den Nutztierbeständen und hohe Einbussen an den Jagdregalen der Kantone entstehen. Für diese Phase müssen in den nächsten Jahren die gesetzlichen Rahmenbedingungen überprüft werden.

Im Frühsommer 2012 bildete sich in der Region des Calanda im Kanton Graubünden an der Grenze zum St. Galler Oberland das erste Rudel mit erfolgreicher Reproduktion. Im Jahr 2013 zog das Rudel erneut erfolgreich Nachwuchs auf. Es ist zu erwarten, dass sich durch die abwandernden Jungtiere in der Schweiz weitere Rudel bilden werden. Zudem ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren nicht nur Wölfe aus Italien-Frankreich, sondern auch vom Balkan und aus Deutschland-Polen in die Schweiz einwandern. Fazit: In der Schweiz ist die Entwicklung von Phase 1 zu Phase 2 abgeschlossen, sie liegt heute zwischen Phase 2 zu Phase 3.

4 http://ec.europa.eu/environment/nature/conservation/species/carnivores/pdf/guidelines_for_population_level_management.pdf