Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2016/12: Änderung der Energieverordnung (EnV) und der Stromversorgungsverordnung (StromVV) · 21 Seiten

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Überprüfung der Gestehungskosten und der Vergütungssätze von KEV-Anlagen

5 Windkraftwerke

5.1 Daten und Berechnungsmethode

Für die Überprüfung wurden Kostenangaben von Projekten erhoben, welche bereits in Betrieb oder in der Planungsphase sind. Bei der letzten Überprüfung 2011 wurde eine ähnliche Umfrage

durchgeführt. Somit sind die Resultate der zwei Erhebungen gut miteinander vergleichbar. Als

Ergänzung wurde die EWEA Studie „The economics of wind power” von 2009 verwendet.

Überprüft wurden die Gestehungskosten von Grossanalgen (> 2 MW), weil diese für die KEV und für das Erreichen der Ausbauziele der Energiestrategie 2050 im Fokus stehen.

5.2 Entwicklung der Hauptkostenfaktoren

Tabelle 8: Kostenfaktoren Windkraftwerke

Kostenfaktoren Windkraftwerke 2011 2016 Tendenz

(1) Mittlere Volllaststunden 1'738 h 1'784 h

(2) Mittlere spez. Investitionskosten 2'487 CHF/kW 2'606 CHF/kW

Mittlere spez. Betriebs- und Unterhaltskos-

(3) 54,4 CHF/MWh 53,7 CHF/MWh

ten

(4) Betriebseinschränkungen 0 % 0 – 10 %

(1) Je nach Standort können zwischen 1'000 und 2'600 Volllaststunden pro Jahr beobachtet werden.

Die Volllaststunden sind bereinigt von den Betriebseinschränkungen zu verstehen. Die leichte Erhöhung der durchschnittlichen Volllaststunden im Vergleich zur letzten Überprüfung liegt im Unschärfebereich der wenigen Angaben. Somit kann man sagen, dass tendenziell die Anzahl Volllaststunden seit 2011 gleich geblieben ist.

(2) Die spezifischen Investitionskosten der analysierten Projekte liegen zwischen 1'900 und 3'000

CHF/kW und sind im Durchschnitt um 119 CHF/kW höher als bei der letzten Überprüfung. Die wichtigsten Gründe dafür sind die höheren Planungskosten durch die sehr langen Verfahren sowie die höhere Kosten für Umweltgutachten und für Ausgleichsmassnahmen. Die Projektrealisierungsdauer beträgt zwischen 7 und 12 Jahren und hat sich über die Zeit nicht verringert. Zudem verändern sich die Anforderungen, aufgrund fehlender Vorgaben im Bereich Umweltgutachten, permanent. Dies hat zur Folge, dass bereits ausgeführte Studien wiederholt und Gutachten zu neuen Themen zusätzlich eingeholt werden müssen.

(3) Generell liegen die Unterhalts- und Betriebskosten höher als in unseren Nachbarländern. Dies

hauptsächlich aus drei Gründen: die Turbinenersteller haben keine Servicezentren in der Schweiz und die längere Anreise an den Standort erhöht die Servicekosten (Reisekosten, Arbeitszeit) sowie die Reaktionszeit (niedrigere Verfügbarkeitsgarantie); die Kosten für vor Ort geleistete Arbeiten durch Schweizer Personal sind höher; die Topografie der Schweiz führt im Vergleich mit unseren Nachbarländern zu turbulenteren Windbedingungen und somit zu erhöhtem Verschleiss.