Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/7: Änderung des Bankengesetzes und der Bankenverordnung (Fintech) · 15 Seiten

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3.2.2 Banken und andere Finanzinstitute

Beschreibung der Auswirkungen

Die rasch voranschreitende Entwicklung im Fintech-Bereich, die durch die vorgeschlagenen Massnahmen weiter gefördert werden soll, stellt die Banken grundsätzlich vor neue Herausforderungen, welche jedoch durchaus auch als Chancen gesehen werden können.

Sowohl die Erweiterung der bewilligungsfreien Tätigkeit als auch die Schaffung einer Fintech-Bewilligung wird es Unternehmen erlauben, in Tätigkeitsfelder vorzustossen, welche bislang ausschliesslich den Banken vorbehalten waren. Dies wird dazu führen, dass den Banken in diesen Geschäftsfeldern bedeutend mehr Konkurrenten auf dem Markt gegenüberstehen werden. Es ist daher durchaus möglich, dass bspw. Finanzierungsgeschäfte, welche gemäss den bestehenden Regeln von einer Bank getätigt worden wären, neu einer Nicht-Bank zufallen. Demgegenüber ist jedoch davon auszugehen, dass das wachsende Geschäftsvolumen der Fintech-Unternehmen nicht nur zu Lasten des traditionellen Bankengeschäfts geht, sondern auch neue Marksegmente erschlossen werden. Somit wird der zu verteilende Kuchen grösser und eine Schrumpfung des Bankengeschäfts muss nicht zwingend erfolgen. Ausserdem verfügen auch die Banken über strategische Wettbewerbsvorteile. Dazu gehören beispielsweise der direkte Zugang zu ihren Kunden, langjähriger Wissensaufbau (z.B. im Bereich Kreditrisiko) oder das Vertrauen der Kunden in das heutige Finanzsystem.

Kunden fordern heute zunehmend – auch von Banken – die Erbringung von Dienstleistungen im Fintech-Bereich. Die Banken können sich dieser Entwicklung somit nicht entziehen. Die vorgeschlagenen regulatorischen Anpassungen schaffen den Banken daher die Möglichkeit, in den entsprechenden Geschäftsfeldern auf Grund der gesenkten Anforderungen kostengünstiger als bisher tätig zu werden. Innovative Geschäftsideen können auch von den Banken neu innerhalb des bewilligungsfreien Raumes erprobt werden. Mittels Kooperationen und Outsourcing können die Banken auch von den zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten, welche sich den Fintech-Firmen bieten, profitieren. Ohne zwingend selbst in diesem Bereich tätig zu sein, können sie ihren Kunden damit kostengünstig Fintech-Anwendungen anbieten.

Beschreibung Kosten- und Nutzenüberlegungen

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der von den vorgeschlagenen Massnahmen ausgehende Nutzen für die Banken tendenziell grösser sein wird als die Kosten. Die Effizienzsteigerung durch Fintech bei der Erbringung von Dienstleistungen wird den Banken mittelfristig einen Nutzen durch Kostensenkungen bringen, wobei die Entwicklung entsprechender Lösungen natürlich einer Anfangsinvestition bedarf. Die Verringerung der regulatorischen Anforderungen bringt dafür einen weiteren Anreiz durch geringere Compliance-Kosten.

Wie zuvor dargelegt, muss nicht davon ausgegangen werden, dass neue Anbieter im Fintech-Bereich zwingend zu einem geringeren Geschäftsvolumen bei den Banken führen. Eher ist von einem allgemeinen Wachstum der Dienstleistungen auszugehen, wovon auch die Banken generell profitieren sollten.

3.2.3 Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors

Beschreibung der Auswirkungen

Das Angebot an neuen Finanzdienstleistungen betrifft indirekt auch Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors. Beispielsweise könnten durch neue Zahlungsdienstleistungen die Kosten für die Zahlungsabwicklung sinken und deren Administration vereinfacht werden. Oder Unternehmen könnten durch Crowdfunding Kredite zu günstigeren Konditionen aufnehmen.