Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2023/17: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2025–2028 (Kulturbotschaft) · 110 Seiten

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Internationale Zusammenarbeit

Die Teilnahme der Schweiz am EU-Programm «Creative Europe» und dessen Unterprogramm «MEDIA» wird weiterhin angestrebt. In der Zwischenzeit verstärkt das BAK die bilaterale und multilaterale internationale Zusammenarbeit. Beim Abschluss neuer bzw. der Aktualisierung bestehender Koproduktionsabkommen wird die inhaltliche Ausweitung des Geltungsbereichs auf Formate über Kinofilme hinaus angestrebt (z.B. Serien).

5.3 Gedächtnisinstitutionen und Kulturerbe

5.3.1 Museen und Sammlungen

Ausgangslage

Die Schweiz verfügt über eine vielgestaltige und attraktive Museumslandschaft mit bedeutenden Sammlungen. Rund 1000 öffentlich zugängliche Museen mit unterschiedlichen Trägerschaften in allen Landesteilen setzten sich ein für die Sammlung, Bewahrung, Erschliessung, Erforschung und Vermittlung des materiellen und immateriellen kulturellen Erbes.60

Der Bund unterstützt gesamtschweizerisch bedeutende Museen sowie Netzwerke des kulturellen Erbes mit Finanzhilfen. Er setzt Standards für den ethischen Umgang mit historisch belastetem Kulturerbe und regelt den internationalen Kulturgütertransfer. Er führt ausserdem eigene Museen und Sammlungen.61 Deren Betriebskosten sind nicht Gegenstand der vorliegenden Kulturbotschaft.

«Nationale Strategie zum Kulturerbe in der Schweiz»

Die Erhaltung, Pflege und Vermittlung des kulturellen Erbes in der Schweiz ist mit grossen Herausforderungen konfrontiert (vgl. Ziff. 2.5). Mit der Motion 20.3930 «Konzept zur Pflege des Kulturerbes in der Schweiz» der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) hatte das Parlament den Bundesrat beauftragt, ein Konzept zur Bewahrung und aktiven Pflege des Kulturerbes der Schweiz vorzulegen, welches übergeordnet für das ganze Kulturerbe die Ziele, Handlungsfelder, Umsetzungsmassnahmen, Verantwortlichkeiten und Aufgaben der einzelnen Akteure sowie die Finanzierung beschreibt.

Vor diesem Hintergrund hat der Nationale Kulturdialog (NKD) das Thema «Nationale Strategie zum Kulturerbe in der Schweiz» in sein Arbeitsprogramm 2021–2024 aufgenommen. Eine dafür eingesetzte Arbeitsgruppe identifiziert übergeordnete Entwicklungen und Herausforderungen und formuliert gestützt darauf Ziele und Empfehlungen für eine koordinierte Kulturerbepolitik in der Schweiz. Ziel dieser «Nationalen Strategie zum Kulturerbe in der Schweiz» ist es, Strukturen zu schaffen und Prozesse anzustossen, die einen gesamtheitlichen Ansatz zur Bewahrung des Kulturerbes der Schweiz in seiner ganzen Breite ermöglichen. Die «Nationale Strategie zum Kulturerbe in der Schweiz» soll bis Ende 2024 vorliegen und von den im NKD repräsentierten Staatsebenen verabschiedet werden.

Finanzhilfen an Museen und Sammlungen Dritter

Der Bund richtet im Museumsbereich drei Arten von Finanzhilfen aus:

60 www.bfs.admin.ch > Statistiken finden > Kultur, Medien, Informationsgesellschaft, Sport > Kultur > Museen.

61 Zu den Museen und Sammlungen des Bundes gehören: Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» in Winterthur, Museo Vincenzo Vela in Ligornetto, Museum für Musikautomaten in Seewen, Museum Kloster St. Georgen in Stein am Rhein, Bundeskunstsammlung in Bern und Sammlung der Gottfried Keller-Stiftung.