Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten

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6.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

6.3.1 Auswirkungen auf den Landwirtschaftssektor

Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat Agroscope mit dem Agrarsektormodell SWISSland abgeschätzt. SWISSland simuliert die zu erwartende strukturelle und wirtschaftliche Entwicklung in der Schweizer Landwirtschaft unter Berücksichtigung der geplanten Direktzahlungen sowie exogener Preis- und Kostenannahmen. Nachfolgend werden die ersten provisorischen Ergebnisse aufgeführt.

Neben den Zahlungsrahmen konnten nur wenige zusätzliche Massnahmen der AP30+ in die modellbasierte Regulierungsfolgenabschätzung miteinbezogen werden. Der Grund dafür ist, dass die meisten AP30+-Massnahmen mit dem bestehenden Modellansatz nicht evaluiert werden können (z. B.

Stärkung der Beratung, ergebnisorientierte Direktzahlungen oder die Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel). In der vorliegenden Wirkungsanalyse konnten deshalb – neben den geplanten Zahlungsrahmen – nur die Erhöhungen der Verkäsungszulage und der Siloverzichtszulage um 2 bzw. 1 Rappen pro Kilogramm Milch berücksichtigt werden.

Bei den Herstellungspreisen wird bei den meisten Produkten von gleichbleibenden Preisen gegenüber 2025 ausgegangen. Eine Ausnahme bildet der Milchpreis, welcher aufgrund der Anpassungen der Milchzulagen steigt.

Die Direktzahlungen basieren auf den vorgesehenen finanziellen Mitteln gemäss den landwirtschaftlichen Zahlungsrahmen 2030-2033 (vgl. Ziff. 5.4.1.4).

Bei den Fremdkosten wird von einer teuerungsbedingten Preissteigerung von 0,5 Prozent pro Jahr ausgegangen. Dazu gehören die Vorleistungen, Abschreibungen und die Kosten für betriebsfremde Produktionsfaktoren (Löhne, Kapitalzinsen und Pachtpreise).

Die simulierte Einkommensentwicklung wird in der nachfolgenden Abbildung 11 links dargestellt. Das sektorale Nettounternehmenseinkommen steigt von 2025 bis 2033 um rund 2 Prozent. Gegenüber dem tieferliegenden Dreijahresmittel 2021-2023 entspricht dies einer Zunahme von 8 Prozent bis zum Jahr 2033.

Die Abbildung 11 rechts zeigt die Entwicklung des durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommens pro Betrieb. Dieses steigt gegenüber 2025 leicht an (+6 %). Gegenüber dem Dreijahresmittel 2021-2023 bedeutet dies eine Zunahme von 19 Prozent bis zum Jahr 2033. Der stärkere Anstieg beim durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommen ist auf den Strukturwandel zurückzuführen. Dieser beträgt gemäss den Modellergebnissen rund 1,5 Prozent pro Jahr, was im Durchschnitt einem Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe von gut 600 Betrieben pro Jahr entspricht.

Der modellierte Bruttoselbstversorgungsgrad geht bis zum Jahr 2033 rund 1 Prozentpunkt zurück (von gut 58 % auf 57 %).

Abbildung 11: Entwicklung des Nettounternehmenseinkommens und des landwirtschaftlichen

Einkommens bis 2033 (erste prov. Ergebnisse)