Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten
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− Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ist offen für neue Technologien und ist international
führend im Einsatz von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien.
Um diese langfristigen Ziele zu erreichen, sollen vier strategischen Stossrichtungen verfolgt werden (vgl. Abbildung 1). Diese adressieren sowohl die Produktion als auch die vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette sowie die Nachfrage. Sie bringen zum Ausdruck, dass es zur Zielerreichung einen Ernährungssystemansatz braucht. Diesen Ansatz hat das Parlament in der Motion 22.4251 WAK-S bestätigt (vgl. Ziff. 1.1).
Resiliente Lebens- Klima-, umwelt- und Nachhaltige Nachhaltigen und mittelversorgung tierfreundliche Wertschöpfung gesunden Konsum sicherstellen Lebensmittel- stärken begünstigen produktion fördern
• Produktionsgrund- • Klimaschutz und • Wettbewerbsfähig- • Wahl nachhaltiger lagen erhalten erneuerbare keit verbessern Produkte
Energien stärken vereinfachen
• Auswirkungen des • Nachfrageseitige
Klimawandels • Nährstoffverluste Veränderungen • Gesunde Ernähantizipieren und Risiken von antizipieren rungsmuster
Pflanzschutzmitteln unterstützen
• Stabilität der vermindern • Faire Verteilung
Lieferketten der Wertschöpfung • Lebensmittel-
gewährleisten • Biodiversität fördern anstreben verschwendung reduzieren
• Tierwohl und • Komplexität der
Tiergesundheit Agrarpolitik
verbessern reduzieren
Abbildung 1: Strategische Stossrichtungen.
Die Umsetzung von Vision und langfristiger Strategie 2050 sollen gemäss Bericht etappenweise angegangen werden. In der folgenden Ziffer werden die bisherigen Schritte erläutert.
1.5 Bisherige Schritte zur Erreichung der langfristigen Ziele
Mit verschiedenen Massnahmen wurden bereits Schritte zur Erreichung der langfristigen Ziele unternommen. Dazu gehören neben der Umsetzung der Pa.Iv. 19.475 WAK-S (Ziff. 1.5.1), der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) (Ziff. 1.5.2) und den Zahlungsrahmen 2026–2029 (Ziff. 1.5.3) auch Massnahmen von Bundesrat und Verwaltung im Rahmen der Agrarpolitik (Ziff. 1.5.4) und Beiträge anderer Politikbereiche (Ziff. 1.5.5).
1.5.1 Parlamentarische Initiative 19.475
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat 2019 die parlamentarische Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» eingereicht. Mit dem Bundesgesetz über die Verminderung der Risiken durch den Einsatz von Pestiziden (Änderung des Chemikaliengesetzes, des Landwirtschaftsgesetzes und des Gewässerschutzgesetzes) vom Frühling 2021 (AS 2022 263) hat das Parlament zur Verminderung der Risiken durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) das Ziel definiert, bis 2027 die Risiken gegenüber 2012–2015 um 50 Prozent zu reduzieren. Es hat zudem den Bundesrat beauftragt, im Bereich der Nährstoffverluste angemessene Reduktionsziele und im Bereich Biozidprodukte Risikoreduktionsziele festzulegen. Der Bundesrat hat gestützt auf die Änderungen des LwG am 13. April 2022 ein Verordnungspaket zu den Änderungen im Bereich Landwirtschaft beschlossen. Die Stickstoff- und Phosphorverluste der Landwirtschaft sollen gegenüber 2014–2016 bis 2030 um 20 Prozent reduziert werden (aufgrund der Annahme der Motion 22.3795