Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2004/100: Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr · 169 Seiten
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Vernehmlassung der Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr Seite 14 von 169
Die NEAT ist Voraussetzung für die Umsetzung der schweizerischen Verlagerungspolitik. Die Verbesserung der Produktionsbedingungen für den Schienengüterverkehr gründet insbesondere auf folgenden Faktoren:
- Qualitativ hochwertige Trassen mit verkürzter Fahrzeit sollen den Traktionären eine
kostengünstige Produktionsweise auf Basis optimierter Rollmaterialumläufe und eines optimierten Personaleinsatzes ermöglichen. Für durchgängige Trassen mit kürzerer Fahrzeit sind weniger Rollmaterial sowie geringere Personalleistungen erforderlich.
- Bei der Gotthard-Achse können zudem die Vorteile einer Flachbahn genutzt werden:
für Steigungen erforderliche Traktionsmittel können eingespart werden. Beim Lötschberg-Basistunnel ist dies aufgrund der weiterhin verbleibenden Steigungsstrecken nicht in gleichem Umfang gegeben.
- Die Nutzung der modernen Infrastruktur soll eine höhere Zuverlässigkeit der Verkehre
ermöglichen, so dass Verspätungen reduziert werden können.
Qualitätsverbesserungen und Kostenreduktionen wirken sich positiv auf die Verlagerung aus:
- Kostensenkungen ermöglichen das gleiche Verkehrsangebot zu kleineren Preisen.
Dank dieser Verbesserung der Preissetzungsspielräume der Schiene können den Verladern Anreize für Mehrverkehre geboten werden.
- Transporte mit hoher Zuverlässigkeit und kurzer Laufzeit entsprechen den Anforde-
rungen einer logistisch anspruchsvollen Arbeitsteilung (u.a. just-in-time). Eine verbesserte Qualität der Trassen kann so zu einer erhöhten Zahlungsbereitschaft der Verlader führen. Überdies kann auch ein breiterer Kundenkreis mit verschiedenen logistischen Anforderungen angesprochen werden.
Verfügbarkeit und Qualität der Trassen für den Güterverkehr sind sehr stark von den gleichzeitig realisierten Angebotskonzepten des Personenverkehrs abhängig:
- Die Menge der verfügbaren Trassen ist grundsätzlich begrenzt. Eine Verdichtung des
Personenverkehrs beschränkt unmittelbar die für den Güterverkehr zur Verfügung stehende Zahl an Trassen. Solche Verdichtungen entlang der wichtigen Transitachsen reduzieren direkt die Wachstumsmöglichkeiten des Güterverkehrs und so auch das Verlagerungspotential.
- Züge des Personenfernverkehrs und Güterverkehrszüge verkehren in der Regel mit
unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Differenzen in den Zuggeschwindigkeiten führen zu einer Reduktion der verfügbaren Trassenkapazität.