Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2004/100: Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr · 169 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 81Fedlex · Erläuternder Bericht

Vernehmlassung der Gesetzgebungsvorlage für den Güterverkehr Seite 81 von 169

Konventioneller Schienengüterverkehr, Wagenladungsverkehr

Grundsätzlich weist der alpenquerende Wagenladungsverkehr eine höhere Rentabilität auf als der kombinierte Verkehr. Mit konventionellen Güterzügen werden Güter (vorwiegend Massengüter) transportiert, die weniger als die kombiniert transportierten Güter in einer unmittelbaren Konkurrenzbeziehung zu Strassentransporten stehen. Der Rückgang des Anteils dieser Verkehre am Gesamtvolumen des alpenquerenden Verkehrs ist vorwiegend durch die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und die konjunkturelle Situation bedingt. Die Grundstoffproduktion, deren Güter traditionell im Wagenladungsverkehr transportiert werden, spielt eine immer kleinere Rolle: Investitionsgüter und hochwertige Konsumgüter hingegen treten in den Vordergrund. Diese Gütergruppen werden zumeist im kombinierten Verkehr befördert.

In geringer Weise hat die Erhöhung der generellen Gewichtslimite auf der Strasse dazu beigetragen, dass die Erträge des Wagenladungsverkehrs gesunken sind. Dieser Prozess wurde durch die Verbilligung der Trassenpreise für den Wagenladungsverkehr abgefedert. Daher muss im Rahmen der Förderung des Schienengüterverkehrs auch die Frage beantwortet werden, ob der alpenquerende Wagenladungsverkehr finanziell unterstützt werden soll.

4.2.3.1.6 Ausbau des Angebots der Rollenden Landstrasse

Die Bestellung von Angeboten der Rollenden Landstrasse (begleiteter kombinierter Verkehr) wurde im Rahmen der bisherigen Verlagerungspolitik als Ergänzungsmassnahme umgesetzt. Der Hauptfokus der Verlagerungsmassnahmen lag indessen klar auf einer Stärkung des Marktes für unbegleiteten kombinierten Verkehr.

Im Rahmen der zukünftigen Verlagerungspolitik ist zu entscheiden, ob die Rollende Landstrasse weiterhin die Rolle eines Ergänzungsangebots einnehmen soll oder die Kapazitäten im Hinblick auf die Einführung einer Alpentransitbörse deutlich ausgebaut werden sollen. Der substantielle Ausbau des Angebots der Rollenden Landstrasse (z.B. mit einem Stellplatzangebot für ca. 350'000 Fahrzeuge des Schwerverkehrs) bietet die Möglichkeit zu einer Beschleunigung des Verlagerungsprozesses. Für die Spediteure und Logistikunternehmen wäre damit keine tief greifende logistische Umstellung erforderlich. Mit dem System der Rollenden Landstrasse werden komplette Lastwagen bzw. Sattelzug inklusive Chauffeur (im Begleitwagen) auf der Schiene befördert. Der Vorteil der Rollenden Landstrasse liegt darin, dass keine speziellen Anforderungen und Investitionen beim Strassentransporteur notwendig sind. Aufgrund des Ausbaus der Lötschberg-Achse und neuer Entwicklungen beim Rollmaterial der Rollenden Landstrasse ist es mittlerweile auch möglich, schwere Nutzfahrzeuge mit einer Eckhöhe von 4 Metern zu transportieren. Damit kann ein sehr hoher Anteil des europäischen Wagenparks im Strassengüterverkehr mit der Rollenden Landstrasse transportiert werden.