Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/69: Verordnung über die Versichertenkarte für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (VVK) · 17 Seiten
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3 Finanzierung
In den parlamentarischen Beratungen wurde mit "Einführung" implizit auch "Finanzierung" der Versichertenkarte gemeint. Die Versicherer tragen somit insbesondere die Kosten der Einführung der Versichertenkarte und des administrativen Servers. Damit die Leistungserbringer den neuen Anforderungen an die Rechnungsstellung erfüllen können, sind auch auf ihrer Seite Investitionen in Hardware und Software notwendig. Grundsätzlich müssen die Leistungser-bringer diese Kosten selber tragen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Investitionen durch bestehende Verträge unter den Tarifpartnern abgedeckt sind oder dass sie in zukünftigen Tarifvereinbarungen berücksichtigt werden. Die Zusatzkosten, welche für die zusätzliche Ausrüstung der Versichertenkarte für kantonale Modellversuche entstehen, müssen nicht von den Versicherern getragen werden.
Das Bundesamt für Gesundheit hat im Winter 2005/2006 eine Kosten-Nutzen-Analyse zum geplanten Modell der Versichertenkarte durchführen lassen. Die Kosten-Nutzen-Analyse ermittelte die Investitions- und Betriebskosten für die Umsetzung und den Betrieb einer Versichertenkarte nach Artikel 42a KVG und identifiziert und bewertet Nutzeneffekte des neuen Systems. Kosten und Nutzen wurden so dargestellt, dass eine Zuordnung zu den Akteuren möglich ist. Die Berechnungen der beauftragten Experten, Debold&Lux, Hamburg, ergaben einmalige Investitionskosten von knapp 100 Mio. CHF und jährliche Betriebskosten von neun Mio. CHF. Dem stehen einmalige Einsparungen von 16 Mio. CHF (Ersatz EU-KVK) und jährliche Einsparungen von 33 Mio. CHF (hauptsächlich administrative Vereinfachungen bei den Versicherern) gegenüber. Daraus resultiert, dass nach knapp vier Jahren die Deckung der Investitionskosten erreicht ist. Die Kosten-Nutzen-Analyse soll den Akteuren im Gesundheitswesen eine Hilfestellung liefern, den Aufwand für die Installation und den Betrieb des Systems abzuschätzen und die wirtschaftlichen Potentiale richtig zu beurteilen.