Protokoll
Vernehmlassung 2012/84: Revision der Stromversorgungsverordnung (StromVV) · 14 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 2Fedlex · Ergebnisbericht
dass die Netze ausgebaut werden müssen, auch ohne der Energiestrategie müsste investiert werden, was auch unter den heutigen Bedingungen erreicht werden kann. Die Parameter, wie sie im Modell vorgeschlagen werden, sind eher zu hoch, da die Risiken als zu hoch bewertet werden. Zudem fehlt der Nachweis, dass wegen einem zu tiefen WACC zu wenig investiert wird. Wenn dann sei es aufgrund der Bewilligungsverfahren. Ausserdem besteht keine Zweckbindung der Einnahmen der Netzbetreiber, was zu Mitnahmeeffekten der Eigentümer führen kann.
Dore Heim (SGB) sieht die Parameter im WACC-Modell als politischen Entscheid für eine heterogene Branche, wo es schwierig ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Der WACC als Konzept wird nicht in Frage gestellt. Unklar ist aber, welche Wirkung eine Erhöhung des WACC auf die Strompreise für die einzelnen Konsumenten hat. Was in der ganzen Diskussion fehlt ist die Einbettung in eine gesamthafte Netzstrategie. Zuerst müssen die Grundlagen und Leitplanken erarbeitet werden. Zudem wird nicht garantiert, dass mit einem höheren WACC auch mehr investiert wird.
Thomas Zwald (VSE) begrüsst den Vorschlag, welcher den Vorstellungen der Branche entspricht. Es ist wichtig, dass die Methodik möglichst marktnahe Bedingungen für Investitionen abbildet. Durch die neue Methodik wird die Berechenbarkeit verbessert und das WACC-Niveau wird stabilisiert. Er weist darauf hin, dass gesagt wurde, dass ohnehin investiert werde. Gestützt auf das StromVG müssen die Netzbetreiber für ein sicheres und leistungsfähiges Netz sorgen. Mit anderen Worten sind sie zu Investitionen verpflichtet, ob sie nun die Mittel haben oder nicht. Eine VSE-Studie hat gezeigt, dass mit weiteren relevanten Investitionen der Netzbetreiber zu rechnen ist, die notwendig für die Integration der neuen Erneuerbaren und zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 seien.
Niklaus Mäder (VSE) betont, dass hier ein wissenschaftliches Gutachten vorliegt, welches den marktwirtschaftlichen Kriterien gerecht wird. Es muss bei den Details berücksichtigt werden, dass zurzeit mit der Tiefzins-Phase in der Schweiz eine Extremsituation herrscht und daher ein Blick über einen längeren Zeithorizont nötig ist. Seit Einführung des StromVG bewegen sich die Werte im Bereich der unteren Grenzwerte. Bei dem Argument, der Beta-Faktor sei zu hoch, kann festgehalten werden, dass ein Risiko besteht, dass nicht alle Kosten von der ElCom anerkannt werden. So gehen Netzinvestitionen lange Planungsphasen voraus. Kann ein Projekt nicht realisiert werden, bspw. aufgrund von Einsprachen, können die Kosten nicht überwälzt werden, was ein relevantes Risiko darstellt. Insofern sei der Ansatz risikoadäquat.
Oliver Wimmer (AEE) hält fest, dass der Zustand des Netzes nicht zwingendermassen mit der Energiestrategie 2050 zu tun hat. So sind auch im „Weiter wie bisher“-Szenario Investitionen in die Netze nötig.
Daniel Koch (SBB) betont, dass Risiken bei Netzinvestitionen bestehen. Ist die Rendite auf diesen Investitionen nicht ausreichend, so sollte bewusst sein, dass die öffentliche Hand vorwiegend diese Risiken trägt.
Kurt Lanz (economiesuisse) merkt an, dass marktnahe Lösungen gesucht werden sollen und dass es daher auch eine markgerechte Verzinsung braucht. Daher ist es unumgänglich, diese Anpassung vorzunehmen. Prof. Volkart geniesst volles Vertrauen, dass die Methode dazu die richtige ist.
Annet van der Laan Radeck (Swissgrid) hebt hervor, dass ein Investitionsbedarf in die Netze vorhanden ist, schon heute ohne Berücksichtigung zusätzlich notwendiger Investitionen aufgrund der Energiestrategie 2050. Auf Basis ihres gesetzlichen Auftrags ist Swissgrid verpflichtet zu investieren. Um zu investieren benötigt es jedoch Geld, welches auf dem Kapitalmarkt beschafft werden muss. Somit braucht Swissgrid eine marktgerechte Verzinsung um ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen zu können. Die marktkonforme Festlegung der Parameter ist dabei wichtig, weil Swissgrid bei der Kapitalbeschaf-
2/14 C:\Program Files\FileNet\IDM\Cache\2013021108241200001\Konferenzielle Anhörung Revision StromVV_Protokoll_20121105.doc