Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/112: Teilrevision des Bundesgesetzes über die Meteorologie und Klimatologie (MetG) · 15 Seiten
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ten stimulieren. Denkbar sind auch neue Geschäftsmöglichkeiten rund um die Datendistribution oder die technische Unterstützung beim Datenbezug. Dies wiederum dürfte für IT- und Technologiefirmen Optionen bieten.21
3.3.3 Auswirkungen auf Wirtschaft, Forschung und Privatpersonen
Meteorologische und klimatologische Daten und Informationen sind wichtige Faktoren für die Steuerung vieler Prozesse und Entscheidungen. Allein für die beiden Branchen Energie und Verkehr macht gemäss einer Studie aus 2011 der volkswirtschaftliche Nutzen von Wetterdaten (ohne Liberalisierung) rund 100 Millionen Franken jährlich aus.22 Von grossem Wert für eine Vielzahl an Nutzerinnen und Nutzern sind zudem die langjährigen
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Klimamessreihen sowie Informationen über mögliche Klimaentwicklungen in der Zukunft.
Grosse Firmen nutzen bereits heute meteorologische Daten und Informationen in ihren Prozessen und als Entscheidungsgrundlage. Auf Grund der zunehmenden Marktdynamik ist zu erwarten, dass vor allem KMU, die bisher auf Grund der Kosten solche Informationen und Dienstleistungen weniger häufig genutzt haben, von neuen, günstigeren und stärker standardisierten Angeboten profitieren werden.24 Auch werden meteorologische Informationen heute noch vielfach manuell verarbeitet. Mit der Kostensenkung und dem Angebotswachstum verbindet sich die Erwartung, dass meteorologische Informationen systematischer in die Prozesse eingebunden werden.25 Auch ist davon auszugehen, dass meteorologische Daten und daraus generierte Informationen und Dienstleistungen nicht nur in traditionell wetterabhängigen Branchen (z.B. Energiewirtschaft) vermehrt genutzt, sondern auch in neuen Branchen stärker Anwendung finden werden (z.B. Gebäudetechnik, Telekommunikation).
Nebst der Verwendung von aktuellen meteorologischen Daten eröffnet sich auch ein Potenzial bei der Nutzung der historischen (klimatologischen) Daten und der langjährigen Klimamessreihen, zum Beispiel im Sektor Naturgefahren.26 Auch sind klimatologische Daten für Potenzialabschätzungen für den Zubau von neuen erneuerbaren Energien und in der Versicherungs- und Finanzwirtschaft von Nutzen.
Auf die Forschung wird die Datenliberalisierung einen geringeren Einfluss haben, da die Hochschulen bereits heute keine Gebühren bezahlen. Profitieren können jedoch Forschungsabteilungen von privaten Firmen, die neu die Daten ebenfalls gebührenfrei beziehen können.27
Die Konsumenten und Konsumentinnen dürften ebenfalls von der Erweiterung des Angebots an meteorologischen und klimatologischen Dienstleistungen profitieren. Denkbar ist, dass für die Freizeitplanung und -
gestaltung neue Angebote entstehen, oder dass meteorologische Daten und Informationen vermehrt im Kontext mit anderen Informationen auf Websites, Apps und in Social Media-Kanälen Verwendung finden werden. Auch entsprechen die gebührenfreien Informationen von allgemeinem Interesse einem weitverbreiteten Bedürfnis.
3.3.4 Auswirkungen auf umliegende Länder
Nebst den Mess- und Beobachtungsdaten für die Schweiz werden auch die Ergebnisse der Vorhersagemodelle (COSMO) gebührenbefreit. Diese numerischen Modelle liefern nicht nur Ergebnisse für die Schweiz, sondern ebenfalls für den Alpenraum bzw. für Westeuropa. Somit ist anzunehmen, dass diese Ergebnisse der Vorhersagemodelle verstärkt auch aus umliegenden Ländern bezogen und weiterverarbeitet werden. Dies könnte dazu führen, dass die Nachfrage nach kostenpflichtigen Ergebnissen der Vorhersagemodelle in anderen europäischen Ländern zurückgeht, sofern die COSMO-Daten alternativ und nicht ergänzend eingesetzt werden.
21 Sawyer, Geoff / de Vries, Marc 2012 22 Econcept 2011 23 Peter, Martin / INFRAS, Infrastruktur- und Entwicklungsplanung, Umwelt- und Wirtschaftsfragen (Zürich) 2008 24 Golliez, André / Schlup, Benjamin 2013 sowieEconcept 2011 25 Econcept 2011 26 Golliez, André / Schlup, Benjamin 2013 27 Golliez, André / Schlup, Benjamin 2013 MetG_Erl_Bericht_für Vernehmlassung.docx 11/15