Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/71: Agrarpolitik 2030+ · 130 Seiten

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den landwirtschaftlichen Zahlungsrahmen 2026–2029. Die im Zusammenhang mit dem Absenkpfad für Nährstoffverluste beschlossenen Massnahmen leisten ebenfalls einen relevanten Beitrag an die Zielerreichung (vgl. Ziff. 1.5.1). Der Bundesrat ist zudem daran, seine übergeordnete Strategie zur Anpassung an den Klimawandel zu aktualisieren. Im dazugehörigen Aktionsplan sind auch spezifische Massnahmen für die Landwirtschaft vorgesehen. Unter anderem wird vorgeschlagen, dass das betriebliche Risikomanagement gestärkt und der nachhaltige Schutz der Kulturen verbessert werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und gleichzeitiger Einschränkungen beim Einsatz von Dünger und Pflanzenschutz gewinnen Ertragssicherheit und Flächenproduktivität im Hinblick auf die Sicherstellung der Resilienz der Produktionssysteme an Bedeutung. Dazu wird der Bundesrat in seinem Bericht zum Po. Bourgeois 23.4074 eine Analyse präsentieren.

Verringerung von Klimarisiken (Po. 24.3281 de Montmollin)

Das Postulat 24.3281 de Montmollin verlangt eine vertiefte Analyse der Möglichkeiten einer Abschwächung der Folgen des Klimawandels für die landwirtschaftliche Produktion. Im Jahr 2025 wurden deshalb mit betroffenen Stakeholdern aus den Bereichen Landwirtschaft, Versicherungen, Forschung und Verwaltung Workshops durchgeführt, um eine Auslegeordnung zu den Klimarisiken in der Landwirtschaft zu machen, die Lücken in der Abdeckung aufzuzeigen und mögliche Massnahmen vorzuschlagen. Ein Bericht11 zeigt die Ergebnisse aus diesem Prozess und die analysierten Klimarisiken auf.

Die Ergebnisse zeigen, dass es in der Agrarpolitik bereits wirksame Instrumente gibt, um negative Auswirkungen des Klimawandels abzufedern (z. B. ertragsunabhängige Direktzahlungen, Unterstützungen für Wiederinstandstellungen, soziale Begleitmassnahmen und Prämienverbilligungen). Während einige Risiken durch private Versicherungen heute gut abgesichert sind, werden andere auch künftig nur schwer versicherbar sein. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, differenzierte Lösungen zu entwickeln – beispielsweise durch anreizorientierte Prämienmodelle.

Als eine vermehrt auftretende Herausforderung wird das Risiko «Ertragseinbussen in der Landwirtschaft durch Schadorganismen, invasive Arten und klimasensitive (Vektor)Krankheiten» hier kurz beleuchtet (vgl. Risiko P9 im Bericht). Mögliche Massnahmen können sein:

− Betrieblich: Diversifikation, Fruchtfolgen mit längeren Anbaupausen, Mischkulturen, Förderung und Anlockung von Nützlingen, Wahl anderer, weniger anfälliger Kulturen, Anbau von resistenten oder robusten Sorten;

− Wissensbasiert: Verbessertes Monitoring und Prognosen, Züchtung, Selektion und Vermehrung resistenter Sorten, frühzeitige, sachliche Information und Sensibilisierung der beteiligten Akteure, verstärkte Forschung zu Auswirkungen des Klimawandels auf Schädlinge und Nützlinge der Landwirtschaft;

− Agrarpolitisch: Prüfung von Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung einer Ernteversicherung betreffend Schädlinge und Krankheiten, gesetzliche Grundlagen für Bekämpfungspflicht invasive Arten durch Grundeigentümer;

− Versicherungstechnisch: Aktuell ist kein Versicherungsangebot vorhanden, das Risiko ist heute und in Zukunft eher schwer versicherbar.

Es bestehen bei diesem Risiko folgende Lücken, Schwierigkeiten oder Zielkonflikte: steigender Krankheitsdruck, Abnahme an zugelassenen und wirksamen Insektiziden, regional sehr unterschiedlich ausgeprägter Druck, steigendes Risiko als Folge der Spezialisierung, Einsatz von Insektiziden in Zielkonflikt mit Biodiversität, Kombination von ökonomischem Druck bei steigender Unvorhersehbarkeit (systemisches Risiko).

Vor einer staatlichen Unterstützung ist in erster Linie und im Sinne der Subsidiarität die Eigenverantwortung und Eigeninitiative der Branche gefordert. Zentral bleibt die Rolle der landwirtschaftlichen Betriebe selbst. Mit der Grösse und Systemrelevanz der Risiken steigt jedoch der Koordinations- und Unterstützungsbedarf durch weitere Akteure wie Versicherungen, Verbände, Kantone und Bund. Vor

11 AGRIDEA (2025), Abdeckung von Klimarisiken in der Landwirtschaft, Bericht zu Klimarisiken, Lücken und möglichen Handlungsoptionen. Der Bericht ist einsehbar unter: ARAMIS - Die Forschungsdatenbank der Bundesverwaltung - Startseite