Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2016/13: Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege; direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege (Velo-Initiative)» · 16 Seiten
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auch namhafte Beiträge zur Erreichung anderer Ziele des Bundesrates, wie beispielsweise:
- die Reduktion des inländischen Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen
Der Verkehrssektor war 2014 für 38 Prozent des schweizerischen Energieverbrauchs11 und für 33 Prozent der schweizerischen Treibhausgasemissionen12 verantwortlich13. Da das Velo zu den bezüglich Treibhausgasemissionen und Ressourceneffizienz besten Transportmitteln gehört14, bestehen hier noch unausgeschöpfte Reduktionspotenziale: Mit einer Verlagerung des Verkehrsanteils um ein Prozent vom motorisierten zum nicht motorisierten Strassenverkehr können rund 2 – 4 Prozent des Energieverbrauchs15 eingespart werden16. Beim CO2 besteht ein realisierbares Sparpotenzial von 0.1 – 0.35 Mio. t CO217.
- die Stärkung eines nachhaltigen Freizeit- und Tourismusangebotes
Velofahren zählt heute zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz: Das Velo wird nicht nur im Alltag, sondern in hohem Masse auch in Freizeit und Tourismus für Tages- und Ferienreisen genutzt. Velotouren der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung generieren einen Umsatz von 2.7 Milliarden Franken pro Jahr und sind ein wichtiger Pfeiler für den Sommertourismus; der Umsatz ausländischer Gäste wird auf 67 Millionen Franken pro Jahr geschätzt18.
- die Erhöhung der Alltagsbewegung zur Förderung der Gesundheit
Zu Fuss und mit dem Velo lässt sich die Alltagsmobilität auf kurzen Distanzen einfach und günstig mit einem gesundheitsförderlichen Mass an Bewegung kombinieren. Die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie), die der Bundesrat und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) am 6. April 2016 verabschiedet haben19, integriert deshalb diesen Ansatz als wichtige Präventionsmassnahme. Ein bewegungsförderndes Umfeld, insbesondere flächendeckende, attraktive und sichere Alltags-Wegnetze für den Fuss- und Veloverkehr, sind die Voraussetzung, dass dieser Teil der bundesrätlichen Strategie erfolgreich ist.
11 Gesamtenergiestatistik 2014 (S. 4 Fig.); BFE
12 Treibhausgasinventar-Bericht 2016, Tab. E-6, S. 16.
13 Für gut 70% des Energieverbrauchs des Verkehrssektors ist der motorisierte Individualverkehr verantwortlich (Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000 – 2014 nach Verwendungszwecken; BFE 2015, Abb. 4-12)
14 Ökobilanzen der Empa (E-Scooter – Sozial- und naturwissenschaftliche Beiträge zur Förderung leichter Elektrofahrzeuge in der Schweiz, 2013. S. 145-149)
15 Da der Wechsel vom motorisierten Strassenverkehr auf das Velo insbesondere auf Strecken unter 5 km erfolgen dürfte und der motorisierte Strassenverkehr aufgrund kalter Motoren gerade auf kurzen Strecken ineffizient ist, wird proportional mehr Energie gespart.
16 Litman, Todd, 2012: «Evaluating non-motorized transportation benefits and costs (2012)»
17 CO2-Potenzial des Langsamverkehrs, ASTRA/Infras, Bern 2005
18 Velofahren in der Schweiz 2014, ASTRA, SchweizMobil, Bern 2015
19 Nationale Strategie Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) 2017–2024, S. 27, 47; BAG und Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) 2016