Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/79: Agrarpolitik ab 2022 · 161 Seiten
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Box 6: Risikomanagement
Aufgrund des Klimawandels wird das Ertragsrisiko für die Landwirtschaft infolge von Extremereignissen steigen, wie dies die Spätfroste von Ende April 2017 gezeigt haben. Hinzu kommt das höhere Risiko von Preisschwankungen, sollte die Volatilität auf den internationalen Märkten künftig stärker auf den Inlandmarkt durchschlagen. Entsprechend werden präventive Massnahmen zur Risikominimierung und die Risikoabsicherung in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Das Risikomanagement in der Landwirtschaft muss ganzheitlich erfolgen, und die Vielfalt der Risiken erfordert ein breites Spektrum an Lösungsansätzen. Diese Lösungen lassen sich in zwei Kategorien gliedern: betriebsinterne und betriebsexterne Lösungen. Zu den internen Lösungen, die von den Betriebsleitenden direkt beeinflusst werden können, zählen Strategien wie die Diversifizierung der Einkommensquellen, technische Massnahmen wie Bewässerung und Sortenauswahl oder die Anpassung der Produktionsintensität. Umgekehrt sind das Wetter, die Entwicklung der Märkte und weitere Ereignisse Faktoren, auf welche die Landwirtinnen und Landwirte keinen Einfluss haben, die sich aber direkt auf das Einkommen aus der landwirtschaftlichen Tätigkeit auswirken. Ein gut strukturiertes Agrarversicherungssystem ist ein wirksames Mittel zur Risikosteuerung für verantwortungsvoll agierende landwirtschaftliche Unternehmen. Die Produktionsrisiken können mit privaten Versicherungslösungen heute abgedeckt werden. Eine Erweiterung des Angebots mit Ernteausfallversicherungen und eine stärkere Beteiligung der Landwirte drängen sich indes auf, wenn sich ändernde Rahmenbedingungen zu grösseren Ernte- und Preisschwankungen führen. Derzeit ist ungewiss, wie akut die damit verbundenen Herausforderungen für die Landwirtschaft sein werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle dem Staat hinsichtlich einer zukünftig breiteren Risikoabdeckung zukommt.
Im Hinblick auf zunehmende Ernte- und Preisrisiken werden zurzeit zusätzliche wissenschaftliche Grundlagen geschaffen, insbesondere betreffend die geringe Marktdurchdringung bei der Absicherung von Ernteausfallrisiken, um den Handlungsbedarf bei der Unterstützung von Risikomanagementmassnahmen durch den Bund zu klären. Zeichnet sich Bedarf ab, wird der Bundesrat entsprechende Massnahmen prüfen, wie er dies in seiner Antwort auf die Motion Bourgeois 17.3314 in Aussicht gestellt hat.
2.3.4 Bereich Umwelt und natürliche Ressourcen
2.3.4.1 Ziele und Stossrichtungen
Die AP22+ verfolgt im Bereich Umwelt und natürliche Ressourcen folgende Ziele:
Bereitstellung von Agrarökosystemleistungen
o Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung soll die Bodenfruchtbarkeit gesichert werden.
o Die Landwirtschaft soll sich klimatischen Veränderungen anpassen (neue Chancen nutzen, Risiken minimieren, Anpassungsfähigkeit steigern). Sie erhöht dadurch ihre Resilienz gegenüber zunehmender Witterungsvariabilität sowie gegenüber neuen Schadorganismen.
o Neben der gezielten Verbesserung des Tierwohls sollen neu Massnahmen zur Förderung der Tiergesundheit eingeführt werden.
Verminderung der Umweltbelastung und Reduktion des ökologischen Fussabdrucks im In- und
Ausland
o Die Umweltbelastung der Landwirtschaft soll reduziert werden. Im Fokus stehen die Emissionen der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor sowie Treibhausgase, Pflanzenschutzmittel und Antibiotika. Auch bei den übrigen Emissionen muss die standortspezifische Tragfähigkeit von Ökosystemen berücksichtigt werden.
o Der Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen (fossile Energie, Phosphor und Boden etc.) soll reduziert werden. Im Fokus steht der quantitative Kulturlandschutz. Die landwirt-