Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2025/68: 23.325 s Kt. Iv. ZH. Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten · 22 Seiten
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höheres Krankheitsrisiko. Die Vorlage bedeutet einen massiven Abbau der Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes – auf Kosten der Angestellten im Verkauf. Travail.Suisse verweist ebenfalls darauf, dass die Arbeitsbedingungen im Detailhandel bereits heute schwierig seien: atypische und schlecht planbare Arbeitszeiten, lange Tage mit ausgedehnten Pausen, körperlich belastende Tätigkeiten sowie tiefe Löhne. Viele Beschäftigte müssten samstags arbeiten, weshalb der Sonntag oft der einzige vollständige Ruhetag sei. Die Belastungen hätten sich durch verlängerte Öffnungszeiten und frühere Gesetzesänderungen weiter verschärft. Der SGB verweist auf Studien, die zeigen, dass atypische Arbeitszeiten psychische Erschöpfung, Schlafstörungen und Burnout-Risiken erhöhen. Er warnt zudem, dass die geplante Erhöhung der Sonntage den gesetzlichen Lohnzuschlag faktisch aushebeln und zu mehr unlauterem Wettbewerb führen könnte.
SYNA und Unia weisen darauf hin, dass mehr Sonntagsarbeit Gesundheit und Sozialleben gefährde und das Risiko von Stress, Burnout und körperliche Beschwerden erhöhe, wie eine Studie der Universität Bern zeigt. Besonders betroffen seien Frauen und Personen ohne Schweizer Pass, die laut SGB im Detailhandel überdurchschnittlich vertreten sind. Auch SGB und Travail.Suisse betonen die gesellschaftliche Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags für Erholung, Familie und soziale Teilhabe. Beispiele aus Deutschland und Frankreich zeigen gemäss SGB, dass Deregulierungen zu Mini-Pensen und einem Rückgang von Alleinerziehenden im Detailhandel führen. Laut Travail.Suisse zeigen Studien,
dass heute ein grosser Teil der Erwerbstätigen gestresst oder emotional erschöpft ist. Der gemeinsame freie Tag schaffe zudem zeitliche Souveränität, weil auch Vorgesetzte und Kolleginnen nicht arbeiten. Darüber hinaus sei er entscheidend für gemeinsame Aktivitäten von Familien und Freunden, besonders angesichts zunehmender Individualisierung und Einsamkeit. Der Sonntag trage zur sozialen Synchronisierung der Gesellschaft bei und stärke immaterielle Werte und eine ressourcenschonendere Lebensweise. Für SYNA ist der gesetzlich geschützte Sonntag ein gemeinsamer Ruhetag, der in einer pluralistischen Gesellschaft verbindet und für familiäre, soziale, kulturelle und spirituelle Aktivitäten zentral ist. Er unterstreicht, dass der Sonntag für Gesundheit und Erholung wichtig ist. Studien zeigten, dass regelmässige Ruhezeiten körperliche und psychische Gesundheit schützen. Er warnt, dass die Vorlage Teil einer Reihe von Angriffen auf das Arbeitsgesetz ist. Das Sonntagsarbeitsverbot habe eine zentrale Schutzfunktion und dürfe nicht weiter ausgehöhlt werden.
KV betont den hohen Stellenwert des arbeitsfreien Sonntags aus sozialpolitischer, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht. Die Erhöhung von vier auf bis zu zwölf Sonntage würde den arbeitsrechtlichen Schutz schwächen, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verschlechtern und die soziale Nachhaltigkeit gefährden. Besonders betroffen wären Frauen, Alleinerziehende und Teilzeitbeschäftigte. Er warnt vor einem arbeitsrechtlichen Präzedenzfall: Werde die Sonntagsruhe einmal systematisch aufgeweicht, drohe mittelfristig eine Erosion weiterer zentraler Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes, etwa hinsichtlich Nachtarbeit, Pausenregelungen oder maximaler Wochenarbeitszeit.
SGB und Unia erinnern daran, dass die Bevölkerung in mehreren Kantonen und Gemeinden wiederholt eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten abgelehnt hat. Die SYNA betont, dass viele Kantone die erlaubten verkaufsfreien Sonntage gar nicht ausschöpfen, was zeige, dass die aktuelle Regelung den Bedürfnissen entspricht. Eine Ausweitung auf zwölf Sonntage sei unnötig, nicht im Interesse der Mehrheit und für Arbeitnehmende nachteilig. Zudem lehnten Stimmberechtigte in den meisten Abstimmungen längere Öffnungszeiten ab. Die Unia verweist auf eine Petition gegen die zwölf Sonntagsverkäufe, die tausende Unterschriften gesammelt hat – ein klares Zeichen gegen 24/7-Öffnungszeiten.
SGB, SYNA und Travail.Suisse sehen wirtschaftlich keinen Nutzen. SGB verweist auf internationale Erfahrungen, die zeigten, dass längere Öffnungszeiten keinen Zusatzumsatz generieren, sondern die Nachfrage lediglich verteilen und kleine Läden stärker unter Druck setzen. Laut Travail.Suisse sind die Detailhandelsumsätze langfristig nicht von Ladenöffnungszeiten abhängig, sondern von Löhnen, Beschäftigung und der Einkommensverteilung. Längere Öffnungszeiten führten deshalb weder zu mehr Umsatz noch zu zusätzlichen Arbeitsplätzen. Vielmehr könnten sie zu sinkender Produktivität, tieferen Löhnen und verstärktem Personalmangel führen. Zudem seien sie keine wirksame Antwort auf die On-