Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/68: 23.325 s Kt. Iv. ZH. Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten · 22 Seiten

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Religionsfreiheit inkl. Teilnahme am Gottesdienst. Jede weitere Liberalisierung verwässere den Schutz des Sonntags und mache die Ausnahme zur Regel. SBK ist ebenfalls der Ansicht, der Sonntag erfülle eine soziale und religiöse Funktion: Christinnen und Christen feierten Gottesdienst, pflegten soziale Kontakte und kümmerten sich um Familie, Bedürftige oder engagierten sich ehrenamtlich. Zur Wahrung der Menschenwürde brauche es Zeit jenseits bezahlter Arbeit – für Ruhe, Besinnung und Gemeinschaft. Der Sonntag ermögliche Orientierung an anderen Werten als wirtschaftlichen. Übermässiger Konsum schade sozialen Bindungen und Umwelt. Arbeit sei wichtig, doch ihr Ziel liege im Menschen. Eine Deregulierung, etwa im Homeoffice, gefährde das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben und wirke sich negativ auf Gesundheit und Sozialleben aus. Sonntagsruhe schaffe Raum für religiöse, soziale und familiäre Tätigkeiten. Die Liberalisierung der Sonntagsarbeit gefährde die freie Religionsausübung, wie sie die Menschenrechtskonvention garantiert. Der gemeinsame freie Sonntag fördere sozialen Frieden und Integration. Die SEA verweist ebenfalls auf den Sonntag als Tag der Ruhe, Erholung und Begegnung. Er schaffe einen gemeinsamen Rhythmus, ordne das Leben und ermögliche Gemeinschaft. In einer pluralen Gesellschaft sei er einer der wenigen Momente gemeinsamer Freizeit – Ausdruck eines menschenwürdigen Lebensrhythmus, wichtig für Gesundheit, Familienleben und sozialen Zusammenhalt. Aus christlicher Sicht wurzle der freie Sonntag in der Schöpfungsordnung. Die Bibel beschreibe, dass Gott nach sechs Tagen ruhte und dem Menschen diesen Rhythmus als Wohltat schenkte. Die Sabbatruhe zeige, dass Leben nicht ununterbrochene Produktivität ist. Der Sonntag erinnere daran, dass der Mensch Geschöpf ist, nicht Maschine, und dass seine Würde nicht aus Leistung stammt. Ein Wirtschaftssystem ohne Grenzen widerspreche diesem Grundgedanken und gefährde Mensch und Gesellschaft. Für Christinnen und Christen sei der Sonntag der Tag des Gottesdienstes – ein Raum der Stille und Begegnung. Wer sonntags arbeitet, verliere oft die Möglichkeit zur Teilnahme. Die Religionsfreiheit, garantiert in Art. 15 der Bundesverfassung (BV)4, dürfe nicht indirekt durch wirtschaftlichen Druck eingeschränkt werden. Der Schutz des Sonntags sei auch Schutz der Glaubensausübung.

SEA betont, dass schon heute jede sechste Person regelmässig am Sonntag arbeite, was zu Stress, Schlafproblemen und gesundheitlichen Risiken führe. Der arbeitsfreie Sonntag sei ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsschutzes und Ausdruck der Würde des Menschen. Laut EKS führt mehr Sonntagsarbeit zu Ungleichzeitigkeit und erhöht das Risiko sozialer Desintegration, besonders für Familien. Frauen, gering Qualifizierte und ausländische Wohnbevölkerung seien überdurchschnittlich betroffen, was soziale Gerechtigkeit gefährde. Justitia et Pax und Vox Ethica sind der Ansicht, dass zusätzliche Sonntagsarbeit besonders Frauen, Jugendliche und prekär Beschäftigte trifft und Stress,

Burnout und gesundheitliche Risiken erhöht. SBK verweist darauf, dass zusätzliche Arbeitstage an Sonntagen die Rechte vieler Arbeitnehmender schwächen, die oft in prekären Verhältnissen leben.

Laut SBK, Justitia et Pax und Vox Ethica habe die Schweiz bereits eine der höchsten Wochenarbeitszeiten Europas, was die Gesundheit belaste. Der Schutz der Gesundheit müsse im Zentrum des Arbeitsgesetzes bleiben. Sonntagsarbeit dürfe nur in begründeten Ausnahmefällen erlaubt sein.

Die Sonntagsallianz und syna sehen die Vorlage als Schwächung des Schutzes des arbeitsfreien Sonntags. Die Arbeitsbedingungen im Detailhandel seien bereits belastend: unregelmässige Arbeitszeiten, wenig Planbarkeit, körperliche Anstrengung und tiefe Löhne. Mehr Sonntagsarbeit verschärfe diese Probleme und gefährde Gesundheit und Sozialleben. Wer sonntags arbeitet, verliere den gemeinsamen freien Tag mit Familie und Freunden; besonders betroffen seien Frauen und Menschen ohne Schweizer Pass. Studien zeigten steigenden Stress, Burnout und körperliche Beschwerden. Sie betonen: Der Sonntag ist ein gemeinsamer Ruhetag und ein Eckpfeiler des familiären, sozialen und kulturellen Lebens. Er ist wichtig für Gesundheit und Erholung. Das Sonntagsarbeitsverbot ist ein zentrales Element des Gesundheitsschutzes und darf nur in begründeten Ausnahmefällen gelockert werden. Die Vorlage sei ein weiterer Schritt zum Abbau dieses Schutzes und gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

4 SR 101