Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2025/68: 23.325 s Kt. Iv. ZH. Zeitlich befristete Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten · 22 Seiten

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Ansicht, dass zusätzliche Sonntagsöffnungen zur Stärkung der Innenstädte, zur Belebung der Ortszentren, zur Erhöhung der Besucherfrequenzen und zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen. Die Massnahme respektiere den Föderalismus, da die Kantone weiterhin selbst entscheiden könnten, ob und wie viele Sonntage sie zulassen würden, und es gebe keinerlei Pflicht zur Öffnung. Gleichzeitig sei der Arbeitnehmerschutz weiterhin gewährleistet, da Sonntagsarbeit weiterhin auf Zustimmung basiere und Ersatzruhe sowie Zuschläge vorgesehen blieben. Aus Sicht der Befürworter entspricht die Ausweitung dem modernen Konsumverhalten berufstätiger Haushalte und schafft faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber 24/7 verfügbaren Onlineplattformen sowie gegenüber Geschäften mit Sonderregelungen wie in Bahnhöfen oder Touristenzonen.

Tourismusverbände: STV, CVT

Tourismusverbände wie STV und CVT unterstützen die Vorlage ebenfalls, weil sie in den zusätzlichen Verkaufssonntagen einen Beitrag zur touristischen Wertschöpfung, zur Attraktivität der Städte und zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses für Gäste und Einheimische sehen. Sie argumentieren, dass internationale Besucher ein konsistentes Angebot erwarteten und dass offene Geschäfte am Sonntag ein Standortvorteil seien.

IG Detailhandel

Die IG Detailhandel, die die Interessen von Coop, Denner und Migros vertritt, unterstützt ebenfalls die Vorlage. Sie hält flexible Ladenöffnungszeiten grundsätzlich für zeitgemäss und sieht die Kantone als diejenigen, die die lokalen Bedürfnisse am besten einschätzen können. Neben der Sonntagsfrage verweist sie jedoch darauf, dass vor allem flexiblere Öffnungszeiten unter der Woche für den Detailhandel wichtig seien.

7.1.2 Gegner der Initiative (Ablehnung) Kirchen und religiöse Organisationen: EKS, Freikirchen, Heilsarmee, Justitia et Pax, SBK, SEA, Vox Ethica

Die Gegner der Initiative betonen vor allem die sozialen, religiösen und gesundheitlichen Risiken einer Ausweitung der Sonntagsarbeit. Kirchen und kirchliche Organisationen wie EKS, Freikirchen, Heilsarmee, Justitia et Pax, SBK, SEA oder Vox Ethica sehen im Sonntag einen zentralen gesellschaftlichen Ruhe- und Begegnungstag. Sie argumentieren, dass der Sonntag historisch, kulturell und religiös tief verankert sei und wesentlich zur sozialen Kohäsion, zur Gesundheit, zur freien Religionsausübung und zu einem menschenwürdigen Lebensrhythmus beiträgt. Eine weitere Liberalisierung würde diese Funktionen schwächen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erschweren und besonders verletzliche Gruppen wie Frauen, Migranten, Jugendliche und gering Qualifizierte stärker belasten. Auch gesundheitliche Risiken wie Stress, Schlafprobleme, Burnout und soziale Desintegration würden zunehmen. Ökonomisch überzeugten die Befürworter nicht, da zusätzliche Verkaufssonntage vor allem Umsätze verlagerten und kleinere Geschäfte stärker unter Druck gerieten.

Arbeitnehmer- und Sozialorganisationen: svf, syna, Sonntagsallianz, VASOS

Arbeitnehmer- und Sozialorganisationen wie svf, syna, Sonntagsallianz oder VASOS kritisieren die Vorlage aus arbeits- und sozialpolitischer Sicht. Sie weisen darauf hin, dass die Arbeitsbedingungen im Detailhandel bereits sehr belastend seien und eine Erhöhung der Sonntagsarbeit die Situation – insbesondere für Frauen und Teilzeitangestellte – weiter verschärfen würde. Die Freiwilligkeit der Sonntagsarbeit sei in der Praxis oft nicht gewährleistet, da Druck durch Vorgesetzte und Angst vor Arbeitsplatzverlust echte Entscheidungsfreiheit einschränkten. Zudem würden Betroffene ihren gemeinsamen freien Tag verlieren, was negative Folgen für Familienleben, Gesundheit und soziale Teilhabe habe. Auch ökologische Argumente, etwa mehr Verkehr an zusätzlichen Einkaufssonntagen, werden von VA-SOS angeführt. Insgesamt kommt diese Gegnergruppe zum Schluss, dass die bestehende Regelung ausreichend sei, da viele Kantone die heutigen vier Sonntage nicht einmal ausschöpfen.