Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2005/30: Ausführungserlasse zum Transplantationsgesetz · 42 Seiten
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HBeAg zu anti-HBe. Bei der chronischen Hepatitis B kommt es bei einem bis fünf Prozent der Patientinnen oder der Patienten pro Jahr zu einer spontanen HBsAg-Elimination und anti-HBs Serokonversion (in der Regel Ausheilung der chronischen Hepatitis). Eine akute HBV-Infektion kann aufgrund klinischer Merkmale nur schlecht von einer chronischen wieder ausbrechenden Hepatitis B unterschieden werden. Während in beiden Situationen anti-HBc IgM Antikörper nachweisbar sind, sind die anti-HBc IgM Titer bei der akuten Infektion deutlich höher als bei dem Wiederausbruch der chronischen HBV-Infektion. Für die Testung auf Hepatitis-B-Virus ist in der geltenden Gesetzgebung nur die Bestimmung des Oberflächenantigens (HBsAg) vorgeschrieben. Das HBsAg, das 30 bis 60 Tage nach Exposition nachweisbar ist, ist der wichtigste serologische Marker der akuten und chronischen HBV-Infektion. Der Nachweis dieses Antigens alleine sichert schon die Diagnose einer HBV-Infektion. Allerdings schliesst das Fehlen des Oberflächenantigens HBsAg nicht aus, dass HBV im Körper (vor allem in der Leber) persistieren kann und dies könnte potenziell ein Infektionsrisiko für die empfangende Person (vor allem wenn ihr die Leber transplantiert wird) darstellen. Nach der Transplantation könnte das Virus sich aufgrund der Immunosuppression in der empfangenden Person replizieren und eine Hepatitis verursachen. Durch die zusätzliche Testung auf die Antikörper anti-HBc und, nur bei den Organspenderinnen und -spendern, auf anti-HBs kann eine bessere serologische Evaluation der spendenden Person gemacht werden und die Infektiosität und die Implikation für die Spende besser beurteilt werden. Dadurch wird das Risiko einer Übertragung der Infektion bei der Empfängerin oder beim Empfänger reduziert. Mit der Testung auf anti-HBc können auch solche HBV-tragenden Individuen identifiziert werden, die nicht (mehr) HBsAg-positiv sind. In der Tat sind rund 30 Prozent der nur anti-HBc-positiven Personen HBV-DNA positiv und potenziell infektiös. Die isolierte anti-HBc-Positivität kann auftreten, wenn die HBsAg nicht mehr, und die anti-HBs Antikörper noch nicht nachweisbar sind. Das Risiko einer Übertragung des HBV bei einer Transplantation von Organen, Geweben und Zellen ist, wie oben erwähnt, potenziell vorhanden und wurde bei der Transplantation von Nieren, Herz und vor allem Leber schon vereinzelt beobachtet. Auch das serologische Profil HBsAg negativ, anti-HBc und anti-HBs positiv, das normalerweise als Zeichen der Heilung und Immunität nach durchgemachter HBV-Infektion betrachtet wird, schliesst das Auftreten des HBV vor allem bei Lebertransplantationen (und deren Replikation in der empfangenden, immunsupprimierten Person) nicht aus. Die spendende Person, die nur anti-HBs-positiv ist, stellt wahrscheinlich kein Übertragungsrisiko dar (mit Ausnahme deren Leber), da keine aktive Virusreplikation zu erwarten ist.
- Hepatitis C:
Die Prävalenz der HCV-Infektion in den verschiedenen europäischen Ländern liegt zwischen 0,2 und 1,7 Prozent (in der Schweiz: 0,7 bis 1,0 Prozent). Die Übertragung erfolgt ähnlich wie die Übertragung des Erregers für Hepatitis B in erster Linie durch Blut. Folglich sind auch Bluttransfusionen und die Transplantation von Organen, Geweben und Zellen mit einem Infektionsrisiko behaftet. Eine Übertragung durch sexuelle Kontakte ist gegeben, jedoch von geringerer Bedeutung als bei HBV und HIV. Der Verlauf der akuten Krankheit ist meist mild, und die Infektion wird in 80 Prozent der Fälle nicht wahrgenommen. Bei 75 bis 85 Prozent der infizierten Personen entwickelt sich aber eine chronische Hepatitis, die bei einem bis fünf Prozent infolge Funktionsverlusts der Leber tödlich verläuft. Die Testung auf Hepatitis-C basiert auf dem Nachweis von Antikörpern. Bei der überwiegenden Mehrheit der infizierten Personen lassen sich Antikörper gegen das HCV innerhalb von acht bis zwölf Wochen nach Exposition nachweisen. Bei rund 85 Prozent der HCV-Infektionen scheinen die Antikörper zu persistieren. Der zusätzlich erforderte Nachweis des Virusgenoms mittels geeigneter Nukleinsäuren-Amplifikationstechnik bei