Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2006/9: Die Freisetzung umweltgefährdender Organismen wird neu geregelt (Totalrevision der Freisetzungsverordnung) · 38 Seiten
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kreisen und musste eingestellt werden. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis das Grauhörnchen auch in der Schweiz auftaucht.
Rostgans (Tadorna ferruginea)
Die Rostgans bewohnt innerasiatische Steppen und Halbwüsten. Nebst dem asiatischen Hauptverbreitungsgebiet gibt es auch Bestände im Äthiopischen Hochland und in Nordafrika. Das europäische Brutgebiet erstreckt sich vom Kaspischen Meer westwärts bis in die Türkei, kleine Brutvorkommen gibt es im Donaudelta, in Bulgarien und in Nordostgriechenland. Die Rostgans ist eine relativ aggressive und konkurrenzstarke Art und kann sich negativ auf Populationen anderer Vögel insbesondere Entenvögel auswirken. Dank günstigen Verhältnissen konnten sich die Tiere in den letzten zehn Jahren stark vermehren. Bereits wurden von Rostgänsen einzelne Schleiereulen aus ihren Nistkästen vertrieben. Die schweizerischen Rostgänse sind praktisch ausschliesslich auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückzuführen. In Westeuropa vermehren sich entflogene Rostgänse zurzeit hauptsächlich in der Schweiz und in den Niederlanden. Deshalb steht die Schweiz international in der Pflicht die Ausbreitung zu verhindern.
Nilgans (Alopochen aegyptiacus)
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Nilgans umfasst grosse Teile Afrikas südlich der Sahara. Vor langer Zeit in Grossbritannien und den Niederlanden eingeführt, hat sich die Nilgans von dort aus weit ausgebreitet. In der Schweiz trat die Nilgans bisher erst in kleiner Zahl auf. 2003 und 2004 wurden erfolgreiche Bruten bei Münchenstein und am Klingnauer Stausee festgestellt. Die Nilgans gilt als „aggressive“ Art. Sie könnte negative Auswirkungen auf Populationen anderer Entenvögel haben.
Schwarzkopfruderente (Oxyura jamaicensis)
Die aus Nordamerika stammende Schwarzkopf-Ruderente konnte sich vor allem in Grossbritannien als Brutvogel etablieren und verbreitete sich von da nach Südwesteuropa aus. Dort konkurrenziert und hybridisiert sie mit der nahe verwandten europäischen Weisskopf-Ruderente Oxyura leucocephala. Der Aktionsplan des Europarates zum Schutz der Weisskopf-Ruderente sieht in der Hybridisierung mit Schwarzkopf-Ruderenten die grösste Gefahr für die global gefährdete Weisskopf-Ruderenten. Die Schweiz hat sich in mehreren internationalen Abkommen zu Massnahmen gegen die Schwarzkopf-
Ruderente verpflichtet.
Kanadagans (Branta canadensis)
Die aus Nordamerika stammende Kanadagans ist heute in Grossbritannien und Skandinavien weit verbreitet und brütet sporadisch bis nach Süddeutschland und Mittelfrankreich. In der Schweiz tritt sie bisher nur in kleiner Zahl auf. Bruten sind noch nicht bekannt. Örtlich wird Konkurrenz zu anderen Arten festgestellt. Wachsende Populationen könnten zu Schäden in der Landwirtschaft, zu Verschmutzungen von Parkanlagen und Golfplätzen führen.
Schwarzschwan (Cygnus atratus)
Der Schwarzschwan ist in Australien heimisch. An verschiedenen Orten in Europa haben Gefangenschaftsflüchtlinge zu brüten begonnen. Auch in der Schweiz nimmt die Zahl der Beobachtungen von Gefangenschaftsflüchtlingen zu, wobei die Zahl zurzeit noch klein ist. Im Unterschied zu anderen Arten kam es fast zeitgleich mit dem Auftreten in freier Wild-