Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2018/69: Ausführungsrecht zum Gesundheitsberufegesetz (GesBG) vom 30. September 2016 (Gesundheitsberufekompetenzverordnung, Registerverordnung GesBG, Gesundheitsberufeanerkennungsverordnung); Teilrevision der Medizinalberufeverordnung, Registerverordnung MedBG, Psychologieberufeverordnung, Registerverordnung PsyG · 83 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 24Fedlex · Ergebnisbericht
lauf selbstständig und idealerweise kontinuierlich. Hebammen erheben systematisch den Betreuungsbedarf und setzen dabei klinische Untersuchungen sowie strukturierte Instrumente ein. Sie sind fähig zu beraten oder den weiteren geburtshilflichen Verlauf zu optimieren. Sie aktualisieren ihr Wissen fortlaufend. Sie setzen sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen im Berufsfeld auseinander und stützen ihre Massnahmen darauf ab». Entsprechend schlägt die BK HEB für den französischen Text die folgende Formulierung vor: «Le déroulement de la période périnatale comprend la période préconceptionnelle, la grossesse, l’accouchement, le postpartum et la première année de l’enfant. Les sages-femmes occupent un rôle clé dans la prise en charge des processus physiologiques de la périnatalité. Elles prennent en charge la femme, l'enfant et la famille lors d'un déroulement physiologique en autonomie et idéalement dans la continuité. Elles collectent de manière systématique les besoins en utilisant tant les examens cliniques que des outils structurés pour assurer la prise en charge. Elles ont les compétences pour conseiller ou optimiser l'évolution favorable des situations périnatales. Elles actualisent en permanence leurs connaissances et analysent et intègrent les connaissances scientifiques de leur domaine et s'y réfèrent pour leur prise en charge».
unimedsuisse betont, dass der physiologische Vorgang der Geburt eindeutig in die Kompetenz der Hebamme fällt. Die gesamte Geburt kann von der Hebamme begleitet werden. Folgende Vorschläge werden für die Neuformulierung gemacht: «[…] eine physiologische Geburt zu leiten, die erforderlichen Interventionen, gestützt auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im Fachgebiet, zu ergreifen und diese zu überwachen» beziehungsweise für die französische Version «[…] de gérer un accouchement physiologique, de pratiquer les interventions adéquates sur la base de connaissances scientifiques actualisées et d’en assurer le suivi».
Buchstabe d
Der Kanton ZG hält die Formulierung «andere Fachpersonen» für missverständlich, weil nicht klarwerde, ob damit andere Hebammen oder Angehörige anderer Berufsgruppen gemeint seien.
Die BK HEB, die IG NGH und der SHV schlagen folgende Neuformulierung im Bericht vor: «Hebammen gelten als erste Ansprechperson im Kontakt mit der zu betreuenden Frau und Familie. Sie erkennen Abweichungen von einem normalen geburtshilflichen Verlauf frühzeitig, beurteilen diese anhand einer Risikoerhebung korrekt und selbstständig. Sie verordnen gesundheitserhaltende Massnahmen oder ziehen bei Bedarf weitere Fachpersonen bei». Die Stellungnehmenden empfehlen zudem, hier nicht mit Beispielen, sondern mit generellen Formulierungen zu arbeiten. Entsprechend schlägt die BK HEB für den französischen Text die folgende Formulierung vor: «Les sages-femmes agissent en premier recours auprès des femmes et leurs familles. Elles dépistent précocemment les écarts de la norme durant la période de périnatalité, analysent les risques de chaque situation de manière adéquate et en autonomie. Elles prescrivent des actions propices au maintien de la santé et si besoin font appel à d'autres spécialistes».
Die FMH betont, dass der Behandlungsplan in enger Absprache mit dem Gynäkologen erfolgen müsse, um haftpflichtrechtliche Risiken insbesondere bei der Geburt zu vermeiden. Weiter fordert die FMH, das Beispiel des Umlagerns bei verzögertem Geburtseintritt aus dem Bericht zu streichen. Diese Massnahme sei absolut untauglich.
Buchstabe e
Der Kanton ZG ist der Meinung, diese Formulierung sei zu offen und berge das Risiko einer Kompetenzüberschreitung der Hebammen. Es müsse deshalb – wie bei Buchstabe f – heissen: «[…] für die nötigen Interventionen zu sorgen».
Die BK HEB fomuliert den folgenden Vorschlag für die Ausführungen im erläuternden Bericht: «Bei vorbestehenden Krankheiten, psychosozialen Risiken und Anzeichen eines pathologischen geburtshilflichen Verlaufs können Hebammen die Grenzen ihrer Kompetenzen rechtzeitig erkennen und in interprofessioneller Zusammenarbeit weitere Massnahmen ergreifen.» Für den französischen Text: «En présence de maladies préexistantes, de risques psychosociaux et/ou d’indicateurs de pathologies durant la période périnatale, les sages-femmes respectent les limites de leurs compétences. Elles prennent les mesures nécessaires en collaboration avec d’autres groupes professionnels au moment opportun».
Buchstabe f
24/83 7_d_Vernehmlassungsbericht