Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2022/32: Änderung der Verordnung über tierische Nebenprodukte (VTNP) und Erlass einer neuen Verordnung des EDI über die Verwertung von tierischen Nebenprodukten für Futtermittel und als Dünger · 20 Seiten

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2. Allgemeine Bemerkungen

Verwertung tierischer Nebenprodukte für Futtermittel:

Alle Vernehmlassungsteilnehmenden begrüssen sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht die Möglichkeit, dass bestimmte tierische Nebenprodukte wieder verwertet werden dürfen. Auch das Verbot der Verfütterung an Wiederkäuer wird von allen Teilnehmenden unterstützt.

Die Kantone betonen, dass die Sicherheitsmassnahmen sehr wichtig sind, wenn ein erneutes Auftreten der Bovinen spongiformen Enzephalopathie um jeden Preis verhindert werden soll. Sie bezeichnen die vorgeschlagenen Verordnungen jedoch als sehr komplex. Aufgrund dieser Komplexität gibt es ihres Erachtens viele kritische Punkte und ein höheres Risiko für Lücken im System. Zur Begrenzung potenzieller Fehler schlagen sie vor, auf die Möglichkeit zu verzichten, die Produktionswege räumlich-zeitlich zu trennen. Die Kantone fordern daher, dass innerhalb eines Betriebs nur tierische Nebenprodukte einer einzigen Tierart verarbeitet werden dürfen. Ausserdem möchten sie, dass technische Weisungen für die möglichen Ausnahmen ausgearbeitet werden.

In den Stellungnahmen der Branche werden die Sicherheitsmassnahmen und die strikte Trennung der Nebenprodukte entlang der gesamten Prozesse begrüsst. Es wird jedoch moniert, dass die Verordnung bei der Regulierung von Betrieben der Primärproduktion zu weit gehe und dies die Wiederverwertung von tierischen Nebenprodukten stark beschränke. Auch Selbstmischer-Betriebe sollten die Möglichkeit haben, tierische Nebenprodukte in der Fütterung einzusetzen. Wünschenswert seien überdies einheitliche Branchenrichtlinien.

Die Konsumentenorganisationen betonen, dass es sehr wichtig ist, Kreuzkontaminationen zu verhindern. Sie fordern ausreichende Kontrollmittel, eine Beschränkung der Importe von Futtermitteln aus tierischen Nebenprodukten auf Länder mit denselben Sicherheitsstandards wie die Schweiz und eine begleitende Kommunikation für die Öffentlichkeit bei der Wiedereinführung der Verfütterung von tierischem Protein.

Insektenkot als Dünger:

In Bezug auf Insekten begrüssen die Teilnehmenden der Branche die Zulassung von Frass als Düngemittel und weisen darauf hin, dass die Hitzebehandlung von Insektenkot hohe Kosten für die Insektenproduzenten verursacht, was eine markttaugliche Verwendung von Insektenkot erschweren und mit einem Verlust von Nährstoffen einhergehen würde.

Dünger mit tierischen Nebenprodukten:

Die Kantone verlangen eine Klärung darüber, welche Arten von Dünger unter die Anwendung der VVTNP fallen, und auch, auf welche Arten von Dünger die Aufzeichnungspflicht somit anwendbar ist. Sie möchten, dass nur Dünger, die tierische Nebenprodukte enthalten, unter diese Verordnung fallen und dass die Aufzeichnungspflicht auf diese Dünger beschränkt wird.

Kremation von Tieren und Verfütterung von kleinen Futtertieren in der eigenen Tierhaltung

Die Kantone unterstützen die Einführung von Vorgaben zur Kremation von Tieren und die Regelung für

die Verfütterung von kleinen Futtertieren an Heimtiere in der eigenen Tierhaltung.