Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2026/9: 21.426 n Pa. Iv. Christ. Mehr Ressourcen und Anreize für die 3R-Forschung, um Alternativen zu den Tierversuchen rascher voranzutreiben · 19 Seiten
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2 Ausgangslage
2.1 Handlungsbedarf und Ziele
Das Thema Tierversuche beschäftigt die Schweizer Bevölkerung sowie die Politik seit längerem. So waren sie bereits Gegenstand diverser parlamentarischer Vorstösse2 und eidgenössischer Volksinitiativen3, wobei letztere vom Volk bisher stets abgelehnt wurden. Mit der parlamentarischen Initiative «Mehr Ressourcen und Anreize für die 3R-Forschung, um Alternativen zu den Tierversuchen rascher voranzutreiben» sollen die 3R-Prinzipen gefördert werden. Die heute immer noch bestehende Notwendigkeit von Tierversuchen wird dabei berücksichtigt, gleichwohl sollen durch eine gezielte Förderung der 3R-Forschung Alternativen zu den Tierversuchen weiter etabliert werden, um nach und nach die Zahl der Tierversuche zu reduzieren und notwendige Tierversuche im Hinblick auf die Belastung der Tiere zu verbessern. Zudem hat die Beratung der parlamentarischen Initiative gezeigt, dass weitere Aspekte berücksichtigt werden sollen, welche Einfluss auf die Implementierung der 3R haben, wie das Bewilligungsverfahren, die Transparenz im Bereich der Tierversuche und das Fördern verschiedener Grundlagen, wie etwa von 3R-Infrastruktur, der 3R-Lehre oder die Anerkennung und Validierung von 3R-Alternativen.
Das Kernanliegen der Initiative ist es, die 3R beziehungsweise den Tierschutz in der Forschung mit Tieren zu fördern. Zu diesem Zweck wurde ein breiter Massnahmenkatalog definiert, welcher sich in drei Schwerpunkte zusammenfassen lässt:
– Verbesserung der Qualität und Beschleunigung des Bewilligungsprozesses
– Förderung der 3R
– Verbesserung der Transparenz von Tierversuchen
2.2 Minderheitsantrag: Nichteintreten
Eine Minderheit (Wandfluh, Buffat, Gafner, Heimgartner, Huber, Hug, Riem, Rüegsegger, Sauter) beantragt, auf den vorliegenden Entwurf nicht einzutreten. Dies wird insbesondere mit den Auswirklungen begründet, namentlich den zusätzlichen Ressourcen sowohl beim Bund als auch auf kantonaler Ebene sowie mit der Befürchtung, dass die Bemühungen um mehr Transparenz in erster Linie in vermehrter Bürokratie münden.
2 Z.B. 24.436 Parlamentarische Initiative Graf Maya, Zukunftsfähige Forschung mit einem Plan für den Ausstieg aus belastenden Tierversuchen fördern, erledigt; 22.3612 Postulat Graf Maya, Wie kann das mit grossem Tierleid behaftete Züchten und Töten hunderttausender Labortiere reduziert werden?, erledigt; 22.3301 Motion Schneider Meret, Ausstieg aus belastenden Primatenversuchen, erledigt; 18.491 Parlamentarische Initiative Graf Maya, Verbot von schwerbelastenden Tierversuchen. Ergänzung des Tierschutzgesetzes, erledigt.
3 Volksinitiative 'zur drastischen und schrittweisen Einschränkung der Tierversuche (Weg vom Tierversuch!) ', abgelehnt am 16.2.1992; Volksinitiative 'zur Abschaffung der Tierversuche', abgelehnt am 7.3.1993; Volksinitiative 'Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt', abgelehnt am 13.2.2022; Volksinitiative 'Ja zur tierversuchsfreien Zukunft', zustande gekommen am 14.1.2025, Ausgang offen.