Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2009/30: Revision des Bundesgesetzes über die Förderung von Innovation, Zusammenarbeit und Wissensaufbau im Tourismus (Innotour) · 26 Seiten
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1.1.2.3 Stellungnahmen der OECD
Die OECD nahm zwei Mal zu Innotour Stellung. Im Jahr 2006 ging sie beim Länderexamen über die Innovationspolitik der Schweiz auf Innotour ein. Sie anerkannte das Förderinstrument Innotour als geeignetes Mittel der Innovationsförderung5.
Im Bericht über die Tourismuspolitik der Mitgliedsländer von 2008 nahm die OECD aus der Sicht der Tourismusförderung zu Innotour Stellung. Sie bezeichnete Innotour als "flagship project of Switzerland"6.
1.1.2.4 Schlussevaluation
Mit der Schlussevaluation von Innotour wurde das Institut für Öffentliche Dienstleistungen und Tourismus an der Universität St. Gallen (IDT) beauftragt7. Das IDT attestiert Innotour über die ganze Periode 1998 bis 2010 einen sehr hohen Wirkungsgrad. Das Institut führt diese Tatsache auf die gemischtwirtschaftliche Finanzierung (Staat-Privatwirtschaft) zurück. Das Programm kann dem eher struktur- und innovationsschwachen Tourismus entscheidende Impulse geben. Die Experten der Universität St. Gallen empfehlen, die Förderung von Innovation und Zusammenarbeit weiter zu führen.
Die Experten formulierten acht Empfehlungen zur Weiterführung und Optimierung von Innotour:
1) Es sollen Projekte gefördert werden, deren Innovationsrenditen nicht direkt
internalisierbar sind. Dabei geht es meist um überbetriebliche Innovationen im Rahmen von Wertschöpfungssystemen*.
2) Die Vergabe von Finanzhilfen soll destinationsbezogen vorgenommen werden.
Dabei ist eine Konzentration auf wettbewerbsfähige Destinationen wichtig.
3) Es sollen insbesondere überbetriebliche Infrastrukturen und öffentliche Güter
gefördert werden.
4) Es sollen Projekte gefördert werden, deren Kooperationsstrukturen auch nach
der Förderungsphase bestehen bleiben.
5) Innotour soll eine Akzentverschiebung von der Ideenentwicklung in Richtung
Diffusionsphase anstreben.
6) Der Imitationswettbewerb soll verstärkt werden, indem die Innovationsresultate
der breiten Öffentlichkeit noch besser zugänglich gemacht werden.
7) Die Antragsformulare sollen verbessert werden.
8) Der Innovationsprozess soll von unten erfolgen ("bottom-up").
Die Empfehlungen der Experten werden in der Revision des Gesetzes berücksichtigt. Innovationen sollen dort gefördert werden, wo der Markt zu wenig Anreize setzt. Die Förderung wird stärker auf die Destinationen ausgerichtet. Der
5 OECD, 2006.
6 OECD, 2008.
7 Universität St. Gallen, 2010.