Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/88: Pa.Iv. 10.431 «Komatrinker sollen Aufenthalte im Spital und in Ausnüchterungszellen selber bezahlen» · 21 Seiten
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einen allgemein präventiven Effekt hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol.
2.2 Aktuelle Situation
2.2.1 Alkoholkonsum in der Schweiz
In der Schweiz wird regelmässig Alkohol getrunken. Auf der Basis der Daten des Suchtmonitorings Schweiz4 lässt sich das folgende Bild zeichnen: die Ergebnisse des Jahres 2012 zeigen, dass in der Bevölkerung ab 15 Jahren neun von zehn Personen zumindest gelegentlich Alkohol trinken (88.3%). Etwa eine von zehn Personen berichtet einen täglichen Konsum (10.3%), 45.3% trinken mehrmals pro Woche und ein Drittel trinkt seltener als wöchentlich (32.5%). Rund eine von zehn Personen trinkt nicht mehr bzw. hat in ihrem Leben noch nie getrunken (11.8%).
Gemäss den Befragungen des Monitorings trinken Männer generell mehr Alkhohol als Frauen (92.4% bzw. 84.3%) und erstere trinken auch häufiger täglich (14.4% bzw. 6.5%); der tägliche Konsum ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Mit zunehmendem Alter nimmt der tägliche Konsum zu, von 1.0 Prozent bei den 15- bis 19-Jährigen auf 26.4 Prozent bei Personen ab 75 Jahren. Täglicher Konsum ist in der italienischsprachigen Schweiz (21.8%) weiter verbreitet als in der deutsch-(8.1%) und französischsprachigen Schweiz (15.4%), jedoch liegen auch die Abstinenzraten höher (21.1% bzw. 9.7% deutsch- und 16.3% französischsprachige Schweiz).
In der Altersgruppe der 15-24-Jährigen wird am wenigsten täglich getrunken. Dafür wird in dieser Altersgruppe an denjenigen Tagen, an denen Alkohol konsumiert wird, eher risikoreich getrunken. Die 2010 durchgeführte repräsentative Schülerbefragung HBSC5 zeigt, dass Alkohol unter Jugendlichen verbreitet ist: Fast jeder zweite 15-Jährige Junge und jedes dritte gleichaltrige Mädchen trinkt mindestens monatlich Alkohol. Rund ein Viertel (27%) der 15-jährigen Jungen konsumieren wöchentlich Alkohol. Bei den gleichaltrigen Mädchen beträgt der Anteil 13 Prozent. Von den befragten 11-jährigen Jugendlichen haben etwa 20 Prozent Erfahrungen mit Alkohol gemacht, bei den 15-Jährigen liegt dieser Anteil
4 Das Suchtmonitoring Schweiz ist ein epidemiologisches Überwachungssystem, das vom BAG in Auftrag gegeben wurde. Sein Zweck ist das Zusammentragen und die Verbreitung von Informationen über das Verhalten der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung in Bezug auf psychoaktive Substanzen (Tabak, Alkohol, illegale Drogen, Medikamente) sowie den damit verbundenen Risiken (Abhängigkeit, gesundheitliche Schäden, psychosoziale Probleme). Seit Anfang 2011 werden jährlich 11‘000 in der Schweiz wohnhafte Personen (ab 15 Jahren) zu den Themen Alkohol, Tabak, illegale Drogen und Medikamente befragt. (www.suchtmonitoring.ch)
5 Die Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Studie ist eine Untersuchung von Schülerinnen und Schülern von 11 bis 15 Jahren. Sie wird unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO - Regional Office for Europe) durchgeführt und findet alle vier Jahre statt. Die Schweiz nimmt seit 1986, vertreten durch Sucht Schweiz (ehemals Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme), an der Untersuchung teil. (www.hbsc.ch)