Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/88: Pa.Iv. 10.431 «Komatrinker sollen Aufenthalte im Spital und in Ausnüchterungszellen selber bezahlen» · 21 Seiten
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bei 72 Prozent. Gemäss dieser Befragung berichteten zwei Prozent der 11-Jährigen und 20 Prozent der 15-Jährigen einen wöchentlichen Konsum6.
Auf Basis des Suchtmonitorings von 2012 kann generell gesagt werden, dass am Wochenende mehr Alkohol getrunken wird als unter der Woche; dies gilt für beide Geschlechter, alle Sprachregionen und alle Altergruppen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass jüngere Peronen hauptsächlich am Wochenende trinken und wenn sie trinken, dann trinken sie viel Alkohol. Mit zunehmendem Alter wird der Konsum regelmässiger, dafür wird jeweils weniger konsumiert.
2.2.2 Rauschtrinken
Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) können bezüglich Alkoholkonsum verschiedene Risikogruppen unterscheiden werden. Beim risikoreichen Konsum von Alkohol ist grundsätzlich zwischen chronisch risikoreichem Konsum und episodisch risikoreichem Konsum (sogenanntes Rauschtrinken) zu unterscheiden. Rauschtrinken steht für den übermässigen Alkoholkonsum bei einzelnen Gelegenheiten, der zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führt. Nach internationalen Richtlinien gilt der Konsum von fünf oder mehr alkoholischen Getränken bei einer Gelegenheit bei Männern und vier alkoholischen Getränken oder mehr bei Frauen als Indikator für Rauschtrinken7.
Während bei der älteren Bevölkerung eher das chronisch risikoreiche Trinken im Vordergrund steht, dominiert bei der jungen Bevölkerung die Form des Rauschtrinkens: 28 Prozent der 15- bis 19-Jährigen und 42 Prozent der 20- bis 24- Jährigen trinken sich gemäss den Resultaten des Suchtmonitorings Schweiz von 2012 mindestens ein Mal im Monat in den Rausch. Das Rauschtrinken hat im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen8.
Auch insgesamt hat der risikoreiche Alkoholkonsum sowohl bei Frauen als auch bei Männern 2012 im Vergleich zu 2011 zugenommen, dies wurde insbesondere in den jüngeren Altersgruppen (15-19 Jahre und 20-24 Jahre) beobachtet und ist vorrangig auf die Zunahme im Rauschtrinken zurückzuführen9. Das Rauschtrinken ist aber auch bei den bis 34-Jährigen noch stark verbreitet (32% mindestens monatlich, 15% mindestens wöchentlich), erst in der Altersgruppe ab 35 Jahren sinkt der Anteil auf rund 18% mindestens monatlich.
Dass übermässiger Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet ist, zeigte die bereits erwähnte Schülerbefragung HBSC aus dem Jahr 2010: Danach gefragt, wie oft sie schon betrunken waren, gaben drei Prozent der 11- , 13 Prozent der 13- und 40 Prozent der 15-Jährigen an, schon mindestens einmal im
6 Windlin, B., Kuntsche, E. & Delgrande Jordan, M. (2011). Konsum psychoaktiver Substanzen Jugendlicher in der Schweiz – Zeitliche Entwicklungen und aktueller Stand. Resultate der internationalen Studie «Health Behaviour in School-aged Children» (HBSC) (Forschungsbericht Nr. 58, revidierte und aktualisierte Fassung). Lausanne: Sucht Info Schweiz
7 Gmel G., Kuendig H., Notari L., Gmel C., Flury R. (2013). Suchtmonitoring Schweiz - Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen in der Schweiz im Jahr 2012. Sucht Schweiz, Lausanne, S. 15
8 Ebenda, S. 16
9 Ebenda, S. 19