Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/88: Pa.Iv. 10.431 «Komatrinker sollen Aufenthalte im Spital und in Ausnüchterungszellen selber bezahlen» · 21 Seiten
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Leben betrunken gewesen zu sein; 24 Prozent der befragten 15-Jährigen waren schon mehrmals betrunken10.
Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 201211 des Bundes kommt zu ähnlichen Resultaten: insgesamt 11 Prozent der Bevölkerung trinken sich mindestens einmal monatlich einen Rausch an. Rauschtrinken ist gemäss dieser Befragung mehrheitlich ein Männerphänomen: 15 Prozent der Männer tun dies monatlich und zwei Prozent wöchentlich (gegenüber 5% und 1% bei den Frauen). Das vermehrte Rauschtrinken ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreitet: sieben Prozent der 15- bis 24-jährigen Männer machen dies wöchentlich und weitere 28 Prozent monatlich12.
Nebst gesundheitlichem und gesellschaftlichem Schaden verursachen Rauschtrinker auch Kosten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), wenn sie aufgrund ihrer Alkoholexzesse medizinisch versorgt werden müssen. Diese Gesundheitskosten werden heute durch die Versichertengemeinschaft getragen. Damit strapazieren Rauschtrinker das in der OKP geltende Versicherungsprinzip und die Solidarität der Versichertengemeinschaft.
2.2.3 Situation in den Spitälern
Während das Suchtmonitoring Schweiz und die Schülerbefragung HBSC Auskunft über die aktuelle Entwicklungen beim Rauschtrinken geben, erlaubt die medizinische Statistik der Krankenhäuser13 Aussagen über die Anzahl Personen, die aufgrund einer Alkohol-Intoxikation in einem Schweizer Spital versorgt werden mussten.
Gemäss einer Studie14 von Sucht Schweiz vom März 2013, welche die medizinische Statistik der Krankenhäuser analysiert, wurden im Jahr 2010 rund 1‘200 Jugendliche und junge Erwachsene in der Altersgruppe zwischen 10 und 23 Jahren wegen einer Alkohol-Intoxikation stationär in einem Schweizer Spital behandelt. Insgesamt wurden 2010 rund 27‘000 Personen wegen einer alkoholbezogenen Diagnose in einem Spital behandelt, darunter auch 314 zehn- bis 15-Jährige. Pro Woche wurden
10 Windlin, B., Kuntsche, E. & Delgrande Jordan, M. (2011), S. 3
11 Die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) ist Bestandteil des statistischen Mehrjahresprogramms des Bundes und findet alle fünf Jahre statt. Befragt wird die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten. Erhoben werden insbesondere der Gesundheitszustand und gesundheitsrelevante Verhaltensweisen. (www.bfs.admin.ch)
12 Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012, Übersicht, BFS, Neuenburg 2013, S. 20f. (Alkoholkonsum). Hier gilt es zu berücksichtigen, dass diese Befragung eine leicht andere Definition des Rauschtrinkens verwendet als das Suchtmonitoring Schweiz. Rauschtrinken ist hier definiert als Konsum von sechs oder mehr Gläsern eines alkoholischen Standardgetränks bei einer Gelegenheit (unabhängig vom Geschlecht).
13 Die Medizinische Statistik der Krankenhäuser erfasst jedes Jahr die anfallenden Daten aller Hospitalisierungen in den Schweizerischen Krankenhäusern. Diese Erhebung wird von jedem Krankenhaus bzw. von jeder Klinik durchgeführt. Das Bundesamt für Statistik (BFS) erhebt sowohl soziodemographische Informationen der Patientinnen und Patienten wie Alter, Geschlecht, Wohnregion als auch administrative Daten wie Versicherungsart oder Aufenthaltsort vor der Hospitalisierung und medizinische Informationen wie Diagnosen und Behandlungen. (www.bfs.admin.ch)
14 Wicki, M. (2013): Hospitalisierungen aufgrund von Alkohol-Intoxikation oder Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen – Eine Analyse der Schweizersichen „Medizinischen Statistik der Krankenhäuser“ 2001-2010 (Forschungsbericht Nr. 62), Lausanne: Sucht Schweiz.