Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2022/41: Schweizerisches Zivilgesetzbuch (Doppelname bei der Eheschliessung) · 20 Seiten
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Aktenzeichen: 231.1-4908/3/5
4.1 Allgemeine Zustimmung zum Vorentwurf
21 Kantone3, 4 Parteien4, 12 Organisationen5 und 2 Privatpersonen6 stimmen der Einführung des Doppelnamens sowie einer oder beiden der vorgeschlagenen Lösungen grundsätzlich zu.
Begründet wird die Zustimmung damit, dass der Doppelname es den Verlobten erlaube, ihre Zusammengehörigkeit zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig ihren bisherigen Namen zu behalten und damit ihre eigene Identität zu wahren.7 Der Familienname habe hierbei eine wichtige Bedeutung, sei dies in psychologischer, symbolischer oder praktischer Hinsicht.8 Es bestehe das gesellschaftliche Bedürfnis nach dem Doppelnamen.9 Auch biete die Revision den Vorteil, dem heute geltenden Prinzip der Unveränderbarkeit des Namens sowie dem Bedürfnis nach einem gemeinsamen Familiennamen gerecht zu werden.10 Eine moderne Namensführung erfordere Wahlfreiheit und Gleichstellung der Geschlechter.11 Den Bedürfnissen nach Selbstbestimmung, Gleichstellung der Ehegatten und dem Ausdruck der Familienzusammengehörigkeit müsse das Namensrecht gerecht werden.12
Teilweise wird die im erläuternden Bericht vertretene Meinung, dass sich vor allem die Stellung der Frauen seit der letzten Revision verschlechtert habe, ausdrücklich geteilt.13 Es bestehe Handlungsbedarf, da heute vorwiegend Frauen zugunsten eines gemeinsamen Familiennamens auf ihren Ledignamen verzichten würden.14 Die Möglichkeit der Beibehaltung des Ledignamens in Form eines nichtamtlichen Allianznamens könne dies nicht ausreichend kompensieren.15 Die Revision sei erforderlich, um Frauen und Männer tatsächlich gleichzustellen, ein Ziel, das bisher nicht erreicht worden sei.16
Daneben würde es der Doppelname erlauben, die Familienzusammengehörigkeit zwischen den Ehegatten einerseits und zwischen Eltern und Kindern andererseits, die seit der letzten Revision nicht immer erkennbar sei, besser auszudrücken.17
Teilweise wurde auch die Meinung vertreten, dass das Namensrecht generell möglichst wenig einzuschränken sei.18 Ein höherer Komplexitätsgrad sei dabei hinzunehmen.19 Die Identifika-
3 AG, S. 1 f.; AI, S. 1; AR, S. 1; BE, S. 1; BL, S. 1; BS, S. 1; FR, S. 1; GE, S. 1 f.; GR, S. 1; JU, S. 1; LU, S. 1; NE, S. 1; NW, S. 1 f.; SG, S. 1; SH, S. 1; SO, S. 1; SZ, S. 1; TG, S. 1; TI, S. 1 f.; UR, S. 1; VD, S. 1.
4 Die Mitte, S. 1; FDP, S. 1; SP, S. 1; SVP, S. 1 f.
5 EFS, S. 1; FIDS, S. 1; Freikirchen.ch, S. 1; KAZ, S. 1; SKF, S. 1; SKG, S. 2 f.; SVBK, S. 1; SVF, S. 1; SVZ, S. 2; UNIGE, S. 1, 6; UNIL, S. 1; VSED, S. 1.
6 Cangialosi, S. 1; Gabriele, S. 1.
7 BL, S. 1; FR, S. 1; JU, S. 1; LU, S. 1; NE, S. 1; SO, S. 1; EFS, S. 1; SVF, S. 1.
8 BE, S. 1; FR, S. 1; NE, S. 1; SO, S. 1.
9 LU, S. 1; VD, S. 1; SVP, S. 2 ; UNIL, S. 1.
10 SO, S. 1.
11 SP, S. 1.
12 FDP, S. 1.
13 JU, S. 1; VD, S. 1; SVP, S. 1.
14 JU, S. 1; Die Mitte, S. 1; zustimmend auch EKF, S. 1, welche die Revision aus anderen Gründen jedoch ablehnt; EFS, S. 1; FIDS, S. 1; SVF, S. 1.
15 EFS, S. 1; SKF, S. 1.
16 UNIGE, S. 1.
17 AG, S. 1; FR, S. 1; SVP, S. 2; Freikirchen.ch, S. 1.
18 AG, S. 1; BE, S. 1; SO, S. 2; SP, S. 1; Freikirchen.ch, S. 1.
19 BE, S. 1.