Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2022/8: Umsetzung der Änderung vom 1. Oktober 2021 des EnG auf Verordnungsstufe und weitere Änderungen der Energieverordnung, der Energieeffizienzverordnung, der Energieförderungsverordnung und der Stromversorgungsverordnung mit Inkrafttreten Anfang 2023 · 18 Seiten

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Erläuternder Bericht zur

Revision der Energieeffizienzverordnung

Induktionskochfelder erhitzen direkt die Kochtöpfe und Pfannen, wobei sich die Herdfläche selber nur durch die Abwärme des Kochgeschirrs erwärmt. Durch die automatische Topferkennung sind Induktionskochfelder nur im Betrieb, wenn eine Pfanne aufgestellt ist. Dadurch sind sie effizienter und geben weniger Wärme in die Umgebung ab (angenehmeres Raumklima). Gegenüber Infrarot-Kochfeldern reduziert sich der Stromverbrauch mit Induktion um etwa 50%.

Der Salamander ist ein offener Oberhitze-Ofen und besteht im Wesentlichen aus einem Auflagerost und Heizkörperteil mit starker Oberhitze, die regulierbar oder höhenverstellbar ist. Eingesetzt wird er zum Gratinieren und Überbacken sowie zum kurzfristigen Warmhalten von Speisen. Damit der Salamander nicht im Dauerbetrieb läuft, verfügt ein Teil der Geräte über eine Tellererkennung. Bei diesen Modellen wird das Aufsetzen eines Tellers detektiert und die Heizung automatisch ein- beziehungsweise ausgeschaltet. Die erforderliche Betriebstemperatur steht innert weniger Sekunden wieder bereit. Der Energieverbrauch reduziert sich mit Tellererkennung um etwa 40%.

Fritteusen erhitzen grosse Mengen Öl und brauchen beim Frittieren der Speisen viel Energie. Gemäss Herstellerschätzungen und vergleichenden Testmessungen mit und ohne Isolationlässt sich der Energieverbrauch bei Fritteusen mit guter Isolation um etwa 10% reduzieren. Zusätzlich hilft das automatische Absenken der Temperatur (z.B. von 170°C auf 130°C) nach einer bestimmten Zeit, in der die Fritteuse nicht gebraucht wurde, Energie zu sparen. Das Öl ist innerhalb weniger Minuten wieder erhitzt und bereit für den Frittiervorgang.

Momentan existieren keine energetischen Vorschiften für diese Geräte.

Das BFE hat die Energieeffizienz von gewerblichen Küchengeräten untersuchen lassen22. Die Einsparungen und Kosten von Induktionskochfeldern sind zudem aus der langjährigen, aber inzwischen eingestellten, Förderung von Induktionskochstellen im Rahmen von ProKilowatt-Programmen bekannt. Eine Zusatzuntersuchung wurde anfangs 2022 im Hinblick auf die Mindestanforderungen durchgeführt23.

Durchschnittlicher Mehrkosten für Durchschnittliche Payback der Anschaffungs- erforderliche Aus- Stromkostenein- Mehrkosten preis (CHF) stattung (CHF sparung (Jahre)

und %) (CHF/Jahr)

Kochfelder 19’000 6'000 (+30%) 2’025 3.0

Salamander 2’700 300 (+10%) 582 0.5

Fritteusen 3’600 400 (+10%) 185 2.2

Gerechnet wird mit einem Strompreis von 15 Rp./kWh (durchschnittlich für Unternehmen). Gemäss Studie dürften in der Schweiz jährlich 1’474 neue Salamander verkauft werden sowie 5067 Fritteusen. Die technische Lebenserwartung wird mit durchschnittlich 12 Jahren angegeben. Für Kochfelder ergibt sich aus der Zusatzuntersuchung die Annahme, dass jährlich 500 Stück verkauft werden und die Lebensdauer 20 Jahre beträgt.

Die Schweiz übernimmt u.a. bezüglich der Anforderungen an das Inverkehrbringen von Geräten die Vorschriften der EU; ausgenommen sind einzig die in der Verordnung vom 19. Mai 2010 über das Inverkehrbringen von Produkten nach ausländischen Vorschriften (VIPaV; SR 946.513.8) genannten Ausnahmen. Daher soll die VIPaV in Artikel 2 Buchstabe c Ziffer 5 dahingehend angepasst werden, dass neu netzbetriebene gewerbliche Kochfelder, Salamander und Fritteusen aufgenommen werden sollen.

22 ENAK, «Grundlagen zur Energieeffizienz Gewerblicher Küchengeräte», BFE, 2021.

23 Weisskopf Partner GmbH, «Abklärungen zu Mindestanforderungen an Gewerbegeräte und Leuchtstofflampen», BFE, 2022.