Erläuternder Bericht - GSchV (Mo. Jauslin)

Vernehmlassung 2025/123: Verordnungspaket Umwelt Herbst 2026 · 17 Seiten

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einer thermischen Übernutzung sicher, verhindert aber auch eine optimale thermische Nutzung unterirdischer Gewässer mit weniger hohem Schutzbedarf gegenüber Tem- peraturveränderungen.

Die oberflächennahen, relativ kalten und sauerstoffreichen Grundwasservorkommen sind die wichtigste Trinkwasserressource der Schweiz und werden entsprechend auch primär für die Trinkwassergewinnung genutzt. Sie bieten auch Lebensraum für die Grundwasserfauna und können zudem die Temperatur in oberirdischen Gewässern sowie in anderen wertvollen Lebensräumen entscheidend beeinflussen. Diese Grund- wasservorkommen weisen daher einen hohen Schutzbedarf auf.

In urbanen Räumen werden allerdings gerade diese oberflächennahen Grundwasser- vorkommen aufgrund zunehmender menschlicher Einwirkungen in den Untergrund stark erwärmt. Als Beispiele sind hier Strom- und Abwasserleitungen zu nennen. Eine gezielte, zusätzliche thermische Wärmenutzung des Grundwassers kann diese Grund- wasservorkommen in urbanen Gebieten wieder abkühlen.

Auch wegen der Klimaerwärmung ist zu erwarten, dass sich die Temperatur des Grund- wassers in verschiedenen oberflächennahen unterirdischen Gewässern längerfristig an die steigenden Oberflächentemperaturen angleichen wird. Auch hier kann eine ver- mehrte Wärmenutzung die negativen Effekte der Klimaerwärmung lokal zumindest teil- weise ausgleichen.

Tief liegende Grundwasservorkommen hingegen werden nur selten für die Trinkwas- serversorgung genutzt, auch wenn ihr Grundwasser teilweise Trinkwasserqualität auf- weist. Da ihre Erschliessung und Förderung aufwändig und die nutzbare Grundwas- sermenge oft in einem ungünstigen Verhältnis zu den Kosten steht, werden sie in der Regel nicht für die Trinkwassergewinnung genutzt. Zudem bieten tief liegende, warme Grundwasservorkommen der Grundwasserfauna kaum einen Lebensraum und sie be- einflussen nur in seltenen Fällen die Temperatur in oberirdischen Gewässern oder in anderen wertvollen Lebensräumen. Sie weisen daher in der Regel ein deutlich gerin- geres Schutzbedürfnis gegenüber Temperaturveränderungen auf als die oberflächen- nahen unterirdischen Gewässer.

Mit einer Differenzierung der Anforderungen an die Grundwassertemperatur kann den unterschiedlichen Schutzbedürfnissen Rechnung getragen und die thermische Nut- zung des Untergrunds optimiert werden, ohne den Schutz der Gewässer zu schmälern.

1.4 Erarbeitung der neuen Regelung

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat in enger Zusammenarbeit mit dem BFE diese Vorlage zur Änderung der GSchV erarbeitet. Einbezogen waren ebenfalls weitere be- troffene Bundesämter (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen [BLV]), Swisstopo, die Konferenz der Vorsteher der Umweltämter (KVU), der Verband der Kantonschemiker (VKCS), die kantonale Energiedirektorenkonferenz (EnDK), die Wissenschaft (Centre d’Hydrogéologie et de Géothermie [CHYN] der Universität