Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/122: Bundesgesetz über die Ladenöffnungszeiten (LadÖG). Umsetzung der Motion Lombardi (12.3637): Frankenstärke. Teilharmonisierung der Ladenöffnungszeiten · 22 Seiten
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arbeitssuchenden Personen betrachtet wird. Angestellte, die bereits im Detailhandelssektor tätig sind, beurteilen eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten in der Regel negativ, da sie möglicherweise eine neue Arbeitszeitverteilung und Mehrarbeit mit sich bringt. Es sei aber darauf hingewiesen, dass die gesetzlich festgelegten wöchentlichen Höchstarbeitszeit von der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten unberührt bleibt. Effektiv verändern wird sich indes die Arbeitszeitorganisation. Manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden aber die Möglichkeit begrüssen, auch frühmorgens oder spätabends arbeiten zu können. Dies ermöglicht ihnen eine grössere Flexibilität innerhalb des vom ArG definierten Rahmens. Dabei wird es sicherlich nötig sein, sinnvolle Regelungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Familienverpflichtungen zu finden – insbesondere im Zusammenhang mit den Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen. Für Arbeitssuchende dürften hingegen die Vorteile überwiegen, da für sie die Chancen steigen, dank einer allfälligen Zunahme der Teilzeitstellen zumindest einen Teileinstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen.
3.3.2 Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft
Entwicklungen im Detailhandel
Der Detailhandelssektor (einschliesslich des E-Commerce) spielt für den Wirtschaftsstandort Schweiz eine wichtige Rolle. Bezogen auf den Zeitraum zwischen 1997 und 2011 beläuft sich sein Anteil an der gesamten Bruttowertschöpfung (BWS) der Schweiz (unbereinigt) auf rund 5,2 Prozent, wenngleich dieser Wertschöpfungsbeitrag im Zeitverlauf tendenziell abnimmt (vgl. nachfolgende Grafik 1).18 Er sank von ungefähr 5,5 Prozent im Jahr 1997 auf etwa 4,8 Prozent im Jahr 2010 und verringerte sich 2011 laut den vorläufigen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) weiter auf 4,6 Prozent. Der Ausschlag im Jahr 2009 lässt sich dadurch erklären, dass einige Bereiche wie der Industriesektor besonders stark unter der Krise litten. Dadurch verringerte sich ihr Beitrag zur gesamten BWS, während der Anteil des Detailhandels stieg.
Seit 2008 ist eine Stagnation bzw. – im Zeitraum von 2010 und 2011 – eine Verringerung der BWS des Detailhandels zu beobachten. Diese Entwicklung ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass Einkäufe, die früher in der Schweiz getätigt worden sind, teilweise im Ausland erledigt werden. Ausserdem gerieten die Preise im Schweizer Detailhandel durch den Eintritt der Hard-Discounter auf dem Schweizer Markt unter Druck.
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Die Bruttowertschöpfung dient als Indikator für die Wirtschaftsleistung. Im Bereich des Detailhandels entspricht sie dem Umsatz nach Abzug von Versorgungslieferungen und Vorleistungen (Energie- und Transportkosten).