Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2015/65: Bundesbeschluss über die neue Finanzordnung 2021 (NFO 2021) · 21 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 10Fedlex · Erläuternder Bericht

Nicht berücksichtigt ist in Abbildung 3, dass viele Länder, darunter auch die Schweiz, für bestimmte mobile Konzernfunktionen eine besonders niedrige Steuerbelastung anbieten. Mit dem Bundesgesetz über steuerliche Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandorts Schweiz (Unternehmenssteuerreform III) sollen diese Steuerregimes aufgegeben werden. Bei Umsetzung des Gesetzes soll jedoch ein neues steuerlich attraktives Umfeld für mobile Konzernfunktionen geschaffen werden. Das Ziel einer Stärkung der Standortattraktivität wird unter Wahrung der Nebenbedingungen einer breiten internationalen Akzeptanz der Reformmassnahmen sowie deren finanzielle Ergiebigkeit verfolgt.

Abbildung 3: Effektive Durchschnittssteuersätze für ausgewählte Kantone und Länder bei der Gewinnsteuer im Jahr 2013

Quelle: BAK Basel / Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung

Natürliche Personen

Auch bei den natürlichen Personen befindet sich die Schweiz international in der Spitzengruppe. Die Abgabenbelastung in Abbildung 4 dokumentiert die Situation im Kanton Zürich für einen ledigen Arbeitnehmer, der 167 Prozent des Durchschnittslohns verdient, und beinhaltet neben der Belastung mit Einkommenssteuer auch die Arbeitnehmerbeiträge zur AHV und ALV.

Einschränkend ist allerdings zu erwähnen, dass in den Daten zur durchschnittlichen Abgabenbelastung die Ausgaben für die Krankenversicherungsprämien sowie für die zweite Säule nicht berücksichtigt sind, während in einer Mehrheit der OECD-Länder diese Beiträge in den Daten enthalten sind. Selbst wenn man diese beiden Grössen einbeziehen würde, wäre die Abgabenbelastung für einen überdurchschnittlich verdienenden Arbeitnehmer in Zürich bei einem OECD-weiten Vergleich aber immer noch unterdurchschnittlich. Für einen überdurchschnittlich verdienenden Arbeitnehmer wiegt die Abgabenbelastung in Österreich, Deutschland, Dänemark und Belgien am stärksten. In der Schweiz kommen die Spitzensteuersätze der Einkommenssteuer dagegen erst bei sehr hohen Einkommen zum Tragen.