Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 34 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 15Fedlex · Ergebnisbericht

menten festgehalten wird, dass in verschiedenen Bereichen die Abklärungen noch unzu-

reichend seien (bspw. Transportkonzept, Beherbergungskonzept, Zugang zu den Austragungsstätten). pro natura erkennt ein hohes Risiko, dass die Natur und die Landschaft durch die Winterspiele stark beeinträchtigt werden. pro natura Fribourg und pro natura Vaud äussern sich im gleichen Sinn wie pro natura.

OVT, FER-Vs und UCOVA unterstützt die Winterspiele und die Beiträge des Bundes. OVT,

FER-Vs und UCOVA sehen zahlreiche Vorteile, darunter die bessere Erschliessung des Wallis (Autobahnausbau, Lötschbergtunnel), Werbewirkung, die Förderung neuer Technologien sowie die Stärkung der Tourismusschule und der Hochschule HES. OVT sieht Winterspiele im Wallis als grosse Herausforderung, die gleichzeitig Chance für eine Weiterentwicklung ist. Risiken sehen FER-Vs und UCOVA in Budgetüberschreitungen sowie in einer Inflation im Bereich Bau, Beherbergung und Konsumationsprodukte.

GASTROSUISSE spricht sich für Winterspiele in der Schweiz und eine Unterstützung des Bundes aus. Die Winterspiele würden den Tourismus in vielerlei Hinsicht stärken. Neben dem gesamtwirtschaftlichen Nutzen würde auch die Gastrobranche profitieren. Damit durch die Winterspiele eine nachhaltige Wirkung erzielt werden kann, gelten für GASTROSUISSE folgende Erfordernisse: Berücksichtigung des einheimischen Gewerbes, dezentrales Austragungskonzept und ein nachhaltiger, wirtschaftlicher Umgang mit Infrastrukturen. Risiken erkennt GASTRO-SUISSE in der Kostenüberschreitung und der Überinvestition bei den Infrastrukturen. Diese können mit einer vorausschauenden Planung und einem umfassenden Risikomanagement antizipiert werden.

Für den Verein ist es von existenzieller Bedeutung, dass sich der Bund nicht nur an den Kosten für eine Realisierung der Winterspiele in der Schweiz, sondern mit 8 Mio. Franken auch an den Kandidaturkosten beteiligt. Der Bund soll sich bereit erklären, bei einem allfälligen vorzeitigen Abbruch des Projekts ein Drittel der bereits aufgelaufenen Kosten zu übernehmen. Eine entsprechende Zusage ist nötig, da Swiss Olympic und die Austragungskantone das Kostenrisiko nicht alleine tragen können. Zudem ist der Verein für die Fortführung des Projekts aus Liquiditätsgründen auf eine baldige finanzielle Unterstützung durch die Austragungskantone, die Stadt Sion und hernach durch den Bund angewiesen.

CIPRA lehnt die Durchführung von Winterspielen in der Schweiz und die Beteiligung des Bundes ab. Winterspiele in der heutigen Form können nicht nachhaltig und weder umwelt- noch sozialverträglich durchgeführt werden. Die vorgesehenen Beiträge des Bundes könnten wirkungsvoller eingesetzt werden. Dazu kommt gemäss CIPRA, dass weite Bevölkerungskreise in der Schweiz dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen. CIPRA sieht Risiken durch grosse Eingriffe in Naturschutzgebieten und Rodungen, hinzu kommt der unwirtschaftliche Einsatz der finanziellen Mittel. CIPRA sieht in den Winterspielen eine Belastung für das Zusammenleben in der Schweiz, insbesondere wenn keine nationale Abstimmung dazu erfolgt.

Greenpeace lehnt die Winterspiele und die Beteiligung des Bundes grundsätzlich ab. Greenpeace erachtet die Winterspiele in der heutigen Form als Veranstaltung, die nicht nachhaltig durchgeführt werden kann. Es bräuchte ein fundamentales Umdenken und eine ganzheitliche Neukonzeption des Anlasses. Diese ist für Greenpeace mit den vorliegenden Vorschlägen für eine Durchführung im Jahr 2026 in der Schweiz nicht erkennbar.

Mountain Wilderness Schweiz lehnt die Kandidatur "Sion 2026" zur Durchführung der Winterspiele sowie eine Beteiligung des Bundes ab. Aus Sicht Mountain Wilderness gibt es ökonomisch wirkungsvollere und sozial sowie ökologisch weitaus verträglichere Projekte, um die wirtschaftliche Entwicklung der Berggebiete sowie der Tourismusregionen der Walliser Alpen und der umliegenden Kantone zu fördern. Weil Winterspiele ein grosses, ausserordentliches finanzielles Engagement des Bundes verlangen und eine imageträchtige Angelegenheit von nationaler Bedeutung sind, die auch Begeisterung im Volk voraussetzt, soll die Bundesunterstützung dem Parlament als referendumsfähige Gesetzesgrundlage vorgelegt werden.

Der SGV steht der Organisation von Winterspielen skeptisch gegenüber. Für eine Zustimmung müssten nachfolgende Kriterien kumulativ erfüllt und für die Dauer der Winterspiele garantiert sein: "Sion 2026" muss mit Budgets arbeiten, die verbindliche Kostendächer ausweisen. Über die verbindlichen Zusagen hinaus, so sie gesprochen werden, darf keine Risikoabdeckungsga-