Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/92: Beiträge des Bundes an die Olympischen und Paralympischen Winterspiele «Sion 2026» · 34 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 18Fedlex · Ergebnisbericht

Land, für die Schweizer Gesellschaft, egal, wie erfolgreich sie sportlich werden. Sporttalente lernen schon früh, fokussiert, strukturiert und leistungsorientiert durchs Leben zu gehen. Sie lernen den Umgang mit anderen Kulturen und sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Sie setzen sich langfristige Ziele und verfolgen diese konsequent. Diese Eigenschaften erlauben es ihnen, nach der sportlichen Karriere auch in der Gesellschaft und in der Wirtschaft Verantwortung zu übernehmen und zum Erfolg unseres Landes beizutragen. Swiss Olympic befürwortet die Beteiligung des Bundes an den Winterspielen. Risiken benennt Swiss Olympic keine.

Swiss Paralympic äussert sich wie Swiss Olympic. Zudem bieten sich gemäss Swiss Paralympic auf gesellschaftlicher Ebene mit Paralympischen Spielen verschiedene Möglichkeiten, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen und insbesondere am sportlichen Leben zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die Schweiz hat 2014 den Beitritt zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) beschlossen. Noch tue sich die Schweiz, sowohl auf Behörden- wie auf Institutionsseite, schwer mit der Umsetzung der Stossrichtungen der UN- BRK. Paralympische Spiele können hier eine Katalysator-Funktion übernehmen und exemplarisch einen Weg hin zu einer Gesellschaft mit mehr Teilhabe aufzeigen, weit über den Sport hinaus. Aber auch für den Behinderten- resp. paralympischen Sport bietet sich die grosse Chance, die Leistungsbereitschaft und das Leistungsvermögen der Athletinnen und Athleten einem grossen heimischen Publikum zu präsentieren. Eine deutlich verbesserte Medienberichterstattung wäre bei Heimspielen automatisch gegeben und könnte zu einer umfassend neuen Wahrnehmung des paralympischen Sports in der Gesellschaft führen, wie dies beispielsweise anlässlich der Paralympischen Sommerspiele 2012 in England geschehen ist. Swiss Paralympic begrüsst und unterstützt das Engagement des Bundes. Risiken benennt Swiss Paralympic keine.

Die SPV unterstützt die Vorlage aus den gleichen Überlegungen wie Swiss Olympic. Als Dachverband des Rollstuhlsports begrüsst die SPV die Kandidatur und ist überzeugt, dass insbesondere auch die Durchführung von Paralympischen Spielen einen grossen Einfluss auf die Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung für die Anliegen des Behinderten- und Rollstuhlsports und ganz generell für die vielfältigen Anliegen von Menschen mit einer Behinderung und deren vollumfängliche und gleiche Einbindung in die Schweizer Gesellschaft bringt. Die Unterstützung durch den Bund ist für die SPV absolut zentral und begrüssenswert.

PluSport äussert sich grundsätzlich gleich wie Swiss Paralympic. PluSport weist zudem darauf hin, dass die Winterspiele auch die Bestrebungen verstärken, den öffentlichen Verkehr noch weitergehend barrierefrei zu machen. Dies ist ein für PluSport sehr wichtiges Anliegen und für Menschen mit Behinderung eine Grundvoraussetzung, um am sportlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. PluSport sieht in der Agenda 2020 die Chance, zurückzufinden zu den originären Werten des Sports und der Olympischen Spiele. Sie kann einen wichtigen Beitrag leisten, um den Sport als Wertekompass in der Gesellschaft zu erneuern und seine Vorbildfunktion zu stärken. Die Agenda 2020 des IOC braucht aber zwingend Organisatoren (Host Cities), die diese neue Ausrichtung aufnehmen und vorbildlich und glaubwürdig umsetzen. Laut PluSport könnte die Schweiz mit ihrer demokratischen Fundierung, ihrer Fähigkeit zu präziser Planung und Projektführung sowie ihren transparenten Strukturen eine Pionierrolle für diese Erneuerung übernehmen. Inclusion spricht sich für eine Beteiligung des Bundes aus und verweist auf die Stellungnahme von PluSport.

Procap äussert gleich wie Swiss Paralympic und PluSport und unterstützt die Bundesbeteiligung.

Special Olympics kann die Kandidatur nur unterstützen, wenn nicht ausschliesslich nicht-behinderte Sportlerinnen und Sportler (Olympioniken) und körperbehinderte Sportlerinnen und Sportler profitieren. Für Special Olympics ist es zwingend, dass im Zuge des Projekts auch die Wertschätzung, Gleichstellung und Akzeptanz von Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung gefördert werden. Special Olympics befürwortet eine Beteiligung des Bundes dann,

wenn im Vorfeld und im Rahmen des Grossanlasses hochwertige (Sport-)Angebote gemacht werden können, an denen Menschen mit geistiger Beeinträchtigung teilnehmen und ihr Anliegen, Teil der Gesellschaft zu sein, manifestieren können.