Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2020/49: Bundesgesetz über die Landwirtschaft. Änderung · 19 Seiten

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Richtlinien für den Zuckerrübenanbau ist die Anwendung von Fungiziden und Insektiziden nicht erlaubt und nach Möglichkeit soll die Unkrautregulierung mechanisch erfolgen. Im biologischen Anbau können Stoffe, die nicht pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Ursprungs und nicht mit ihrer natürlichen Form identisch sind, nur zugelassen werden, wenn in ihren Verwendungsbedingungen jeglicher Kontakt mit den essbaren Teilen der Pflanzen ausgeschlossen wird. Der Einsatz von Herbiziden zur Unkrautbekämpfung ist im biologischen Anbau nicht erlaubt.

In Ermangelung eines ausreichenden Angebots an inländischen Zuckerrüben aus biologischem und konventionellem Anbau zur Auslastung ihrer Zuckerfabriken sowie zur Belieferung ihrer Kunden importiert die Schweizer Zucker AG sowohl frische Zuckerrüben als auch Zuckersirup und Zucker. Zuckerrüben können frei von Grenzabgaben eingeführt und sowohl Zucker als auch Nebenprodukte zu Futterzwecken können auf mit Grenzabgaben geschützten Märkten abgesetzt werden. Zucker wird zu 85 Prozent von der nachgelagerten Lebensmittelwirtschaft weiterverarbeitet. Bedeutende Abnehmer sind u. a. Hersteller von Zuckerwaren, Schokolade und Energy-Drinks. In allen drei Wirtschaftszweigen übertreffen die Exporte die Importe sowohl mengen- als auch wertmässig. So belief sich der Importwert dieser drei Verarbeitungsproduktgruppen 2019 auf knapp 0,5 Milliarden, der Exportwert auf 2,8 Milliarden Franken.

Waren (in Tonnen)

Zolltarif- Import Export nummer 2017 2018 2019 2017 20182019

1212.9190 Zuckerrüben 136 818 159 405 212 333 146 4920

1701 Rohr-/Rübenzucker 92 479 79 770 78 082 2119 26234138

1702.9032 Zuckersirup 667 9138 11 850 2 243

1704 Zuckerwaren 17 914 18 041 18 629 23 751 24 861 23 996 1806 Schokolade 34 340 35 318 36 008 114 655 122 281 123 792 2202.9990 Getränke 125 162 131 812 131 477 796 938 783 823 830 998

Quelle: EZV

Der lebensmittelverarbeitende Sektor beschäftigt umgerechnet auf Vollzeitäquivalente (VZÄ) insgesamt rund 82 000 Mitarbeitende. Standortbedingte Kostennachteile wie höhere Zuckerpreise gegenüber Mitbewerbern im benachbarten Ausland könnten sich über Marktanteilsverluste auf die Zahl der Arbeitsplätze von Zuckerverarbeitern in der Schweiz auswirken.