Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2024/84: 17.480 n Pa. Iv. (Weibel) Bäumle. Gebühr für Bagatellfälle in der Spitalnotfallaufnahme · 21 Seiten
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ambulant behandeln, andererseits können Patienten und Patientinnen, die eine stationäre Behandlung benötigen, umgehend an die zuständigen Abteilungen innerhalb desselben Spitalkomplexes überwiesen werden. Dieser Querschnittszugang zum Gesundheitswesen muss gewahrt und gewährleistet werden, insbesondere durch die Vermeidung von Überlastung und Engpässen. Die Inanspruchnahme der Notaufnahme muss in ein breiteres Spektrum von Zugängen zum Gesundheitswesen eingebettet sein, so dass eine gezielte und rationelle Behandlung der verschiedenen medizinischen Fälle möglich ist. Das System muss in der Lage sein, leichte oder weniger schwere Fälle an andere Versorgungseinrichtungen, wie zum Beispiel Hausarztpraxen, weiterzuleiten, so dass die Ressourcen und die Aufnahmekapazität der Spitalnotaufnahmen erhalten bleiben und die echten medizinischen Notfälle bewältigt werden können.
In den letzten Jahren haben die betroffenen Akteure wiederholt auf eine zunehmend angespannte Situation in den Spitalnotaufnahmen hingewiesen. Diese Feststellung wird durch die vorliegenden statistischen Daten bestätigt. Die Arbeitsüberlastung stellt die medizinischen Teams auf eine harte Probe und verlängert die Wartezeiten.
Gemäss den im Dossier 64 «Inanspruchnahme von Notfalldiensten» des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan)3 präsentierten Zahlen suchten 2016 14 Prozent der Wohnbevölkerung mindestens einmal eine Notfallstation eines Schweizer Spitals auf. Insgesamt wurden 1,7 Millionen Aufnahmen verzeichnet, was rund 4500 Aufnahmen pro Tag entspricht. Dabei zeigte sich, dass die Zahl der Konsultationen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner je nach Kanton sehr unterschiedlich war. Sie reichte von einem Minimum von 53 (AI) bis zu einem Maximum von 296 Konsultationen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner (TI). Gesamtschweizerisch wurden pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner durchschnittlich 197 Konsultationen verzeichnet. Die neusten vorliegenden Zahlen stammen aus dem Jahr 2022 und zeigen eine leichte Zunahme: 2022 betrug die Rate 248 Konsultationen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner, mit einer Spitze von 357 Konsultationen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Jura4.
Am häufigsten werden die Notfallstationen von Kindern unter sechs Jahren in Anspruch genommen (2016: 418 Konsultationen pro 1000 Einwohner/-innen, 2021: 4125). Am zweithöchsten ist die Inanspruchnahmerate bei den 19- bis 25-Jährigen (2016: 263 pro 1000 Einwohner/-innen, 2021: 266). Bei den folgenden Altersklassen sinkt die Rate und erreicht bei den 46- bis 85-Jährigen den tiefsten Stand (2016: ca. 140 pro 1000 Einwohner/-innen, 2021: 150).
Was die Kosten der Konsultationen in den Spitalnotaufnahmen betrifft, so beliefen sich die Rechnungen im Jahr 2016 auf insgesamt 624 Millionen Franken, was 2,2 Prozent der gesamten Spitalkosten entspricht. Im Schweizer Durchschnitt betrug der 2016 für eine Konsultation verrechnete Betrag 382 Franken. 2021 lag der Durchschnittsbetrag bei 371 Franken. Rund 79 Prozent der in den Spitalnotaufnahmen
3 Merçay, C., «Le recours aux services d’urgence en Suisse. Description des différences cantonales» (Obsan Dossier 64), Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium, 2018.
4 Daten des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums: https://ind.obsan.admin.ch > Gesundheitssystem > Ambulante Gesundheitsversorgung > Inanspruchnahmerate von Notfalldiensten.
5 Daten 2021: Obsan-Analyse für das BAG vom 28. Februar 2023.