Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2026/55: Änderung des Sprachengesetzes · 21 Seiten

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3Die Reihenfolge der unterrichteten Fremdsprachen wird regional koordiniert. Qualitäts- und Entwicklungsmerkmale sind in einer durch die EDK genehmigten Gesamtstrategie festgelegt.

Das HarmoS-Konkordat ist am 1. August 2009 in Kraft getreten. Es gilt für die beigetretenen Kantone (derzeit 15) unmittelbar, aufgrund des Verfassungsauftrags entfaltet es aber mittelbare Wirkung auch auf diejenigen Kantone, die dem Konkordat nicht beigetreten sind (siehe unten Ziff. 1.3, Abschnitt «Handlungsbedarf»).

Die EDK verabschiedet nationale Bildungsziele

Das HarmoS-Konkordat sieht vor (Art. 7), dass zur gesamtschweizerischen Harmonisierung der Unterrichtsziele nationale Bildungsstandards (Bildungsziele) festgelegt werden. Diese bilden die Grundlage für die sprachregionalen Lehrpläne (Lehrplan 21 für die Deutschschweiz, Plan d’études romand für die französischsprachige Schweiz, Lehrplan Tessin) und die verwendeten Lehrmittel.

2011 verabschiedete die EDK nationale Bildungsziele für vier Fachbereiche (Schulsprache, Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften) der obligatorischen Schule. Sie beschreiben, welche Grundkompetenzen die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende des sechsten bzw. neunten Schuljahres erwerben sollen.6 Die nationalen Bildungsziele sind für alle Kantone verbindlich.

1.1.2 Stand der Umsetzung der Harmonisierung des Sprachenunterrichts

Die Einführung des Modells 5/7 wurde in der Deutschschweiz immer wieder kontrovers diskutiert, insbesondere in den Jahren 2006 und 2015–2018. In parlamentarischen Vorstössen und Volksinitiativen wurde gefordert, dass auf der Primarstufe nur eine Fremdsprache unterrichtet werden darf. Letztlich blieben diese Versuche, von der Sprachenstrategie abzuweichen, aber erfolglos. In allen Kantonen bestätigten die kantonalen Parlamente bzw. das Stimmvolk die Einführung des Modells 5/7.

Die EDK hat in zwei Berichten (2015 und 2019) über die Harmonisierung der obligatorischen Schule Bilanz gezogen.7 Darin stellt sie fest, dass die Harmonisierung weit fortgeschritten ist. Dies gilt sowohl für die dem HarmoS-Konkordat beigetretenen Kantone als auch für die Nicht-Beitrittskantone: Die Sprachenstrategie 2004 wird unterdessen in fast allen Kantonen umgesetzt. Mit Ausnahme des Kantons Tessin, welcher drei Fremdsprachen in der Primarstufe anbietet, hält allein der Kanton Appenzell Innerrhoden an nur einer Fremdsprache in der Primarstufe fest.

In allen Kantonen der französischsprachigen Schweiz wird Deutsch ab dem 3. Schuljahr (HarmoS 5), Englisch ab dem 5. Schuljahr (HarmoS 7) unterrichtet. Die Kantone entlang der Sprachgrenze (BE, BL, BS, SO, FR, VS) beginnen mit Französisch ab dem

3. Schuljahr, Englisch wird ab dem 5. Schuljahr unterrichtet. Die übrigen Kantone in der

6 Für den Bereich der Fremdsprachen: Grundkompetenzen für die Fremdsprachen. Nationale Bildungsstandards. Freigegeben von der EDK- Plenarversammlung am 16. Juni 2011 (http://edudoc.ch/record/96780/files/grundkomp_fremdsprachen_d.pdf; letzter Zugriff: 30.12.2025).

7 Bilanz 2015 bzw. 2019: Harmonisierung der verfassungsmässigen Eckwerte (Art. 62 Abs. 4 BV) für den Bereich der obligatorischen Schule, Bern 2015 bzw. 2019.